Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Verdiente Weggefährten

Vorarlberg / 01.02.2022 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wie die Parteien so übereinander zu Gericht sitzen und sich das Wort vom Postenschacher in die erstaunten Gesichter klatschen, wie das Bekanntwerden geheimer Absprachen Stürme der Entrüstung entfacht – das alles trägt doch kindliche Züge. „Entsetzlich“, schlagen sie die Hände vors Gesicht, die vielleicht schon nach der nächsten Wahl „alles ganz normal“ rufen werden.

Absprachen gibt es auch in der Wirtschaft und im Vereinsleben, und zu vergebende Posten auch, nur leider nicht immer die passende Besetzung. Denn da hätte man die Rechnung ohne jene Mitglieder gemacht, die es zu entlohnen gilt oder wegzuloben. Ohne auffällige Talente haben sie gedient und sich viel gefallen lassen. Ihre Bürofenster stellten spätnachts noch erleuchtet zur Schau, dass sich da wieder einer aufopfert für die höhere Idee.

Aber irgendwann sind die Tage in der dritten Reihe gezählt. Irgendwann ist der letzte Kaffee serviert, die letzte Ausrede ins Telefon gemurmelt, wenn die Gattin nach dem Verbleib des Herrn Ministers fragt. Irgendwann ist Zahltag. Dann landen nicht selten Menschen in verantwortlichen Positionen, einfach nur, weil sie an der Reihe sind. Sie haben inzwischen leider nicht an Talent dazugewonnen, dafür an Skrupellosigkeit. Nun richten sie Schaden an. Das ist wirklich ein Problem.

Thomas Matt

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