„Wir sehen das Licht am Horizont“

Vorarlberg / 02.02.2022 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Omikron-Welle: Vorläufiger Höhepunkt in Österreich, Schweiz hebt Beschränkungen auf.

SCHWARZACH Das muss das „Leben mit Corona“ sein, von dem immer wieder gesprochen wird: Das Infektionsgeschehen hat sich auf extrem hohem Niveau stabilisiert – und es kommt mehr und mehr zu Lockerungen.

In Österreich ist gerade der „Lockdown für Ungeimpfte“ aufgehoben worden. Weitere Schritte werden folgen, ab dem Wochenende ist etwa die Sperrstunde in der Gastronomie nicht mehr um 22 Uhr, sondern um Mitternacht. In der Schweiz will man nun sogar viel weiter gehen: Die dortige Regierung berät mit den Kantonen darüber, praktisch alle Beschränkungen zu beseitigen, entweder in einem Schritt am 17. Februar oder etappenweise. Damit würde die Zertifikatspflicht für Restaurants genauso fallen wie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr beispielsweise. Die Schweiz trete in eine neue Phase, erklärte Bundespräsident Ignazio Cassis gestern auf einer Pressekonferenz: „Wir sehen das Licht am Horizont.“ Die Pandemie sei zwar noch nicht vorbei, aber die Intensivstationen seien nicht überlastet. Das sei der Immunisierung zu verdanken. Liechtenstein will heute Nachmittag über das weitere Vorgehen informieren. Das Fürstentum orientiert sich in der Regel an der Schweiz.

Österreich bleibt vorsichtiger. Das Prognosekonsortium geht davon aus, dass es vorerst zu keinem weiteren Anstieg der Neuinfektionen mehr kommen wird. Es spricht von einem „vorläufigen Höhepunkt“. Schon in den vergangenen Tagen hat sich die Zahl neuer Fälle stabilisiert, in Vorarlberg ist sie gestern sogar leicht gesunken. Es handelte sich aber noch immer um 2904 pro 100.000 Einwohner und Woche. Vom Boden- bis zum Neusiedlersee sind es 2572.

Kein Rückgang erwartet

Im Unterschied zu bisherigen Wellen ist ausgehend von einem Höhepunkt jedoch kein Rückgang des Infektionsgeschehens zu erwarten. In Vorarlberg wird die erwähnte Inzidenz nach Einschätzung des Prognosekonsortiums sehr wahrscheinlich sogar noch leicht zunehmen, bundesweit aber bis in die kommende Woche hinein auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben. Darüber hinaus ist allerhand möglich: Durch den Einfluss eines Omikron-Subtyps („BA.2“) könne ein neuerlicher Fallanstieg nicht ausgeschlossen werden.

Die Expertinnen und Experten tun sich schwer, das einzuschätzen; es fehle an notwendigen Informationen dazu. Immerhin aber ist davon auszugehen, dass die Zahl der Spitalspatienten verhältnismäßig gering bleibt. JOH