In Egg wird Wälder Geschichte lebendig

Vorarlberg / 03.02.2022 • 17:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Seit 1904 finden Exponate des Wälder Brauchtums im Egg Museum einen würdigen Platz.

<p class="caption"> Das Egg Museum im ehemaligen Gemeindehaus Egg.<span class="copyright">F. Böhringer</span> </p>

Das Egg Museum im ehemaligen Gemeindehaus Egg.F. Böhringer

Egg Der Bregenzerwald und seine Geschichte sind etwas Besonderes. Die Talschaft vereint 23 Dörfer und die Region ist heute neben vielem anderen für seine Kultur, Architektur, die Landschaftspflege und seine Landwirtschaft bekannt. Speziell Tradition und Brauchtum wird und wurde im Bregenzerwald sehr geschätzt. Um dies widerzuspiegeln wurde 1904 das Heimatmuseum in Egg gegründet und die faszinierenden Relikte regionalen Brauchtums fanden im Haus einen würdigen Platz.

3000 Exponate

Zu den 3000 Exponaten des Gemeindemuseums gehören Trachten, Waffen, Keramiken, Geschenke, Liebesgaben, Devotionalien und Porträts, die bis ins 18. Jahrhundert reichen. Der Bestand war jahrelang in der alten Volksschule deponiert, 1988 wurde das Museum mit Sammlungsschwerpunkt der Region des Bregenzerwaldes wiedereröffnet. Ursprünglich war das Museum in seiner Dauerausstellung vorwiegend von der bäuerlichen Welt des Bregenzerwaldes geprägt. Eindrucksvolle Beispiele waren die berühmte Wäldertracht, die Darstellung der bäuerlichen Wohn- und Arbeitswelt. Auch wie die Einwohner ihr Brauchtum pflegten, wurde im Heimatmuseum gezeigt, genauso wie die allgemein gelebte Volksfrömmigkeit.

Sonderausstellungen

Der Zeitgeist wandelte sich jedoch und deshalb war es dem damaligen Leiter, Anton Pfeifer, ein Anliegen ab den 90er-Jahren mit Sonderausstellungen neues Interesse für das Museum zu wecken. Seit 2007 ist Andreas Hammerer verantwortlich und mit der Leitung des Egg Museums betraut. In den vergangenen Jahren hat sich das Egg Museum ganz seinen Sonderausstellungen verschrieben: mindestens zwei dieser speziellen Schauen im Jahr begleiten die Dauerausstellung zum Brauchtum, zur Arbeits- und Wohnwelt. Damit gibt die Museumsleitung einen Einblick in die unterschiedlichen Themen der Region Bregenzerwald. Die Themenschwerpunkte entstehen meistens in Kooperation mit unterschiedlichen Institutionen und Vereinen oder des Landes. Ein passendes Rahmenprogramm begleitet die jeweiligen Sonderausstellungen. Eine beliebte Ausstellung befasste sich mit privaten Fotonachlässen, die verschiedenen Familien in den 1920ern bis in die 1950er zeigten. Die Ausstellung gab eindrückliche Einblicke in die Landschaften des Bregenzerwaldes, den bäuerlichen Alltag sowie die Mobilität vergangener Tage.

Früheres Schulhaus

Das Gebäude liegt unterhalb der Pfarrkirche „Heiliger Nikolaus“ und war früher Gemeinde-, und Schulhaus. Neben dem Heimatmuseum sind im denkmalgeschützten Gebäude eine Musikschule und eine Bibliothek sowie das Bregenzerwald-Archiv untergebracht. Den Bau des Hauses übernahm 1899 Baumeister Fidel Körner aus Feldkirch. Die damaligen Baupläne des Ingenieurs Anton Gamperle sind bis heute gut erhalten geblieben. Den Fundamentaushub und die Errichtung der Mauern führte der Egger Bauunternehmer Giovanni Bertolini durch.Im Jahr 1904 wurde das Museum gegründet und ist damit das älteste Talschaftsmuseum Vorarlbergs.

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