Der Ausklang einer Protestwoche

Vorarlberg / 04.02.2022 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ganz unwidersprochen bleiben die Demonstranten nicht. VN/Rauch
Ganz unwidersprochen bleiben die Demonstranten nicht. VN/Rauch

Mit einer letzten Demonstration endet die Protestwoche der Freien Bürgerpartei gegen beschlossene Impfpflicht.

Bregenz Nach und nach erst stoßen am letzten Tag der Protestwoche der Freien Bürgerpartei (FBP) die Demonstranten dazu. Zum offiziellen Beginn um 16 Uhr sind es kaum mehr als 70 Gegner der Impfpflicht, eine Stunde später schwoll der Protestzug auf etwa 300 Teilnehmer an. Die seit Mittwoch anhaltend hohe Polizeipräsenz und Hunderte Anzeigen seitdem zeigen Wirkung, wie auch ein Aufruf der FBP zur Gewaltlosigkeit und Kooperation im Vorfeld: Ein Großteil der Teilnehmer trägt eine Maske, an mehreren Schwerpunkten entlang der Seestraße unterziehen die Beamten die verbliebenen Verweigerer Kontrollen. Diese verlaufen meist unaufgeregt. Ein Krankenwagen kann aus der Montfortstraße problemlos den Protestzug durchqueren. Nur an der Lautstärke hat sich nichts verändert.

„Jeden Morgen und jeden Abend bringt ihr die Coronazahlen, das macht einen doch kaputt“, beklagt sich ein Spätankömmling. Man müsse wieder mehr Mut wagen, so wie die Schweiz. Wenige Meter weiter straft die Polizei ein Demonstrant, der rauchte statt eine Maske zu tragen. „Es kann doch nicht Aufgabe der Polizei sein, hier die Maskenpflicht zu kontrollieren. Die sollen lieber in die Achsiedlung“, schüttelt der junge Mann den Kopf.

Doch auch Zaungäste schütteln immer wieder den Kopf. „Ich bin überrascht, dass es so wenige sind“, erklärt ein älterer Herr nahe der Rathausstraße. Ihn interessierte, ob er unter den Teilnehmern jemanden kennt. Den Protesten kann er nichts abgewinnen. „Hier wird unsere Demokratie mit Füßen getreten“, klagt er. Bei der Montfortstraße beobachten zwei Frauen die Demonstration. Sie wollten sich ein eigenes Bild von den Protesten machen, erklären sie. „Es scheint sich etwas verändert zu haben, viele tragen Masken“, bestätigt die Jüngere von beiden. Ihre Begleiterin ist ihre Mutter. „Für mich ist das schwer nachvollziehbar“, zeigt sie in Richtung des Protestzugs. Gegen die Impfung zu sein, sei das eine, aber manche der Ideen der Impfgegner seien irritierend.

Davon kann ein Mann auf Höhe der Landespolizeidirektion ein Lied singen. „Impfa statt schimpfa“, verlangt sein Plakat. Näher darf er heute nicht hin, wegen Störung einer Versammlung. Am Donnerstag wurde er noch gegenüber der Bezirkshauptmannschaft geduldet. „Da wirst dann schon ungut angegangen. Einer nannte mich eine Reptiloiden, andere sagen, dass wir alle in fünf Jahren tot sind“, berichtet er. Von anderen Verkehrsteilnehmern kämen aber nur positive Rückmeldungen. Und auch aus den Reihen der Polizei habe er schon Rückendeckung erfahren.

Ganz unwidersprochen bleiben die Demonstranten nicht. VN/Rauch
Ganz unwidersprochen bleiben die Demonstranten nicht. VN/Rauch
Die Polizeipräsenz hinterließ einen Eindruck auf den Ablauf der Proteste. VN/Paulitsch
Die Polizeipräsenz hinterließ einen Eindruck auf den Ablauf der Proteste. VN/Paulitsch