Jetzt sucht Pius das gute Türkei-Feeling

Vorarlberg / 04.02.2022 • 16:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pius Grabher weiß, dass der Aufstieg nur einer voll und ganz fokussierten Mannschaft gelingen kann.
Pius Grabher weiß, dass der Aufstieg nur einer voll und ganz fokussierten Mannschaft gelingen kann.

Beim Trainingslager in Side sucht Austria Lustenau den Feinschliff für den großen Coup.

Lustenau Pius Grabher ist bei der Lustenauer Austria so etwas wie die Mutter der Kompanie. Mit seinen 28 Lenzen zählt der Mittelfeldmotor zu den Routiniers und ist als einziger echter Lustenauer für die zahlreichen ausländischen Kollegen eine Integrationsfigur.

Aber wenn Pius mit dem Wort Türkei in Verbindung gebracht wird, muss er zuerst einmal mit sich selbst klarkommen. Zehn Jahre ist es her, da war der damals blutjunge Kicker schon einmal mit den Austria-Kickern am Bosporus. Auch die damalige Mannschaft war Herbstmeister, schien auf Meisterkurs. Doch im Trainingslager begann speziell für Pius das Unheil. Er wurde schwer krank, Trainer Kolvidsson verabschiedete sich unerlaubt von der Truppe, die Austria zerfiel charakterlich und sportlich, erlebte einen Albtraum-Frühling und wurde durchgereicht. „Klar, dass ich das nicht vergessen habe. Aber: Ich bin jetzt mit einer anderen Mannschaft hier. Einer Gruppe, die gerne hierher kam und den unbedingten Willen hat, das große Ziel zu erreichen“, sagt der Lustenauer heute. Und spricht weiter in höchsten Tönen vom Team 2021/2022. „Es wollte keiner nach dem tollen Herbst weg. Obwohl es sicher Möglichkeiten gegeben hätte. Die Lust, Meister zu werden, ist größer als im Winter ein lukratives Angebot anzunehmen.“

Bewusst sei allen, dass dieses Ziel nur mit vereinten Kräften und totalem Fokus erreicht werden könne. „Wir haben in den bisherigen Vorbereitungsspielen nicht geglänzt. Wir wissen also, dass wir uns jetzt verbessern müssen. Aber mir ist es lieber, es läuft am Beginn der Vorbereitung nicht alles rund und dafür in der Meisterschaft.“

Völkergemeinschaft

Die internationale Völkergemeinschaft der Austria mit Spielern aus verschiedensten Herren Ländern soll beim Türkei-Trainingslager zu einer noch verschworeneren Truppe zusammenwachsen, als sie es vorher bereits war. „So ein Trainingslager ist etwas anderes als wenn du zu Hause trainierst. Man ist rund um die Uhr zusammen. Die Arbeit auf dem Platz, Videoanalyse, Mahlzeiten, Freizeit – alles fließt zusammen, und du hast genug
Zeit, mit jedem zu reden“, beschreibt Pius Grabher den besonderen Charakter der kollektiven Abschottung.

Natürlich würden sich, wie in jedem größeren Team, auch Gruppen bilden. „Aber es ist nicht so, dass diese nicht untereinander kommunizieren.“ Die Besetzungen der Zweier-Zimmer seien wie bei Auswärtsfahrten. Lustenauer Pius teilt die Schlafstätte mit dem Wälder Leo Mätzler.

Alles anders?

Die Freude über eine erfolgreiche Saison wollen am Ende alle teilen. „Es wäre jetzt natürlich nicht mehr glaubwürdig, würden wir als großes Ziel nicht den Aufstieg angeben“, ist Pius Grabher klar. Doch als „Alt“-Austrianer weiß er: Die Grün-Weißen haben schon zu oft die glänzende Ausgangsposition nach einem erfolgreichen Herbst verspielt. Dieses Mal soll alles anders werden. Nicht nur das mit Pius und der Türkei. Sondern vor allem das mit der Austria und dem schlechten Frühling. VN-HK

„Die Lust, Meister zu werden, ist größer als auf ein lukratives Angebot im Winter.“

Mit dem Türkei-Trainingslager verbindet Pius Grabher nicht nur gute Erinnerungen. Austria Lustenau, Schwärzler
Mit dem Türkei-Trainingslager verbindet Pius Grabher nicht nur gute Erinnerungen. Austria Lustenau, Schwärzler