Quarantäne als Belastungsprobe

Vorarlberg / 07.02.2022 • 21:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Fast 29.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger abgesondert: Das macht sich bemerkbar.

Schwarzach Nahezu die ganze Landeshauptstadt Bregenz befände sich in Quarantäne, ginge es rein nach der Größenordnung aller Abgesonderten im Land. So ist mittlerweile jeder 14. davon betroffen – das sind knapp 29.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die derzeit wegen des Coronavirus zuhause bleiben müssen. 24.736 dürfen nicht raus, weil sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, weitere 3996 befinden sich als Kontaktperson einer infizierten Person in Quarantäne. Die hohen Infektionszahlen spüren nicht nur die Spitäler, auch Gemeinden und Betriebe sind von den zunehmenden Absonderungen betroffen.

Spitze vorerst erreicht

Mittlerweile scheint die Spitze der Omikron-Welle aber erreicht zu sein. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche geht wieder zurück. Der Wert von 2931 am 1. Februar war vorerst der höchste in Vorarlberg. Bis Montag sank die Inzidenz auf 2754. In den Spitälern bleibt die Lage weiterhin stabil. Acht Covid-19-Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden, fünf von ihnen sind nicht voll immunisiert. 71 Corona-Erkrankte benötigen derzeit ein Bett auf der Normalstation, über die Hälfte ist nicht vollständig geimpft.

Spitalsbetrieb läuft

Angespannt ist die Situation bei den Beschäftigten. Von den rund 6000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen befinden sich 245 – das sind rund vier Prozent – in Quarantäne. Gelegentlich könne es in Spezialbereichen dadurch zu kurzfristigen, geringfügigen Leistungsreduktionen kommen, heißt es seitens der Krankenhausbetriebsgesellschaft auf VN-Anfrage. „Grundsätzlich schaffen wir es in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern aber noch gut, die Personalausfälle auszugleichen. Sie verteilen sich nach wie vor gut auf alle Abteilungen.“

105 Vkw-Mitarbeiter fehlen

Auch die kritische Infrastruktur scheint gesichert. Die Befürchtungen von Systemzusammenbrüchen in sensiblen Bereichen haben sich noch nicht bewahrheitet. „Wir setzen seit Beginn der Pandemie alle notwendigen Maßnahmen, um in jedem Fall eine sichere Energieversorgung gewährleisten zu können“, erklärt Andreas Neuhauser, Kommunikationschef des Energieversorgers Illwerke Vkw. Derzeit befänden sich 105 der 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne, das sind acht Prozent. „Unser Betrieb kann trotz der Absonderungen ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden. In der kritischen Infrastruktur wurden Teams gebildet, die keinen physischen Kontakt zueinander haben. Der Schichtwechsel in den Warten, etwa unserer Hauptschaltleitung in Bregenz, von wo aus das Netz überwacht wird, findet ebenfalls virtuell statt“, erzählt er. Zudem sei alles für einen Isolationsbetrieb vorbereitet, der binnen 24 Stunden starten könnte. Darüber hinaus habe der Energieversorger für das Personal interne PCR-Teststraßen eingerichtet.

Herausforderung Kindergärten

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer spricht von einer besondere Situation im Bereich Wasserversorgung. Da es kaum ein Gefälle gebe, müssten mehrere Pumpstationen gewartet und betreut werden. „Wenn ein oder zwei Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen, wird es eine Herausforderung. Das sind spezialisierte Routinechecks.“ Bisher sei zum Glück alles gut gegangen.

Bei den Kindergärten habe es schon die die eine oder andere kritische Situation gegeben. „Einige Teams waren stark belastet, weil viele Pädagoginnen und Pädagogen in Quarantäne waren“, so Fischer. VN-ebi, ram

„Unser Betrieb kann trotz der Absonderungen aufrechterhalten werden.“