Alpenverein nimmt Heliskiing ins Visier

Vorarlberg / 08.02.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Touristisches Angebot von Heliskiing am Arlberg für Tiefschneefans sorgt weiter für heftige Diskussionen. VN
Touristisches Angebot von Heliskiing am Arlberg für Tiefschneefans sorgt weiter für heftige Diskussionen. VN

Beschwerde bei Landesverwaltungsgerichtshof eingereicht.

Bregenz, Lech Wenige Wochen sind ins Land gezogen, seit das Land per Bescheid die Genehmigung für Heliskiing um weitere zweieinhalb Jahre verlängert hat. Beim letzten Mal war noch eine Genehmigung für die Dauer von fünf Jahren ausgestellt worden. Angeboten wird Heliskiing bundesweit nur mehr in Lech am Arlberg. Tiefschneefans werden dabei von der Firma Wucher von Außenabflugstellen wie Flexenpass oder Kriegerhorn sowie dem Hubschrauberhangar in Zürs abgeholt und in die beiden Berggipfel „Schneetäli“ sowie „Mehlsack“ geflogen. Pro Skisaison nutzen laut Wucher eine überschaubare Zahl an Sportlern dieses Angebot. Das vom Land erteilte grüne Licht für Heliskiing wirbelt nach wie vor mächtig Staub auf und wird sowohl von den Grünen als Regierungspartner als auch von zahlreichen Naturschutzorganisationen heftig kritisiert. Jetzt nimmt der Alpenverein den Bescheid juristisch ins Visier und will mit einer Beschwerde beim Landesverwaltungsgerichtshof eine Aufhebung des Bescheides und Parteistellung im Verfahren erlangen.

Parteistellung für Alpenverein?

Die bereits eingereichte Beschwerde hat Liliana Dagostin vom Alpenverein ausgearbeitet, sie ist dort für umweltrechtliche Verfahren zuständig. Dagostin gibt sich überzeugt davon, dass dem Landesverwaltungsgericht keine andere Möglichkeit bleiben wird, als dem Alpenverein schlussendlich Parteistellung zu gewähren, weil die Heliskiing erhebliche Auswirkungen auf Tiere hätten. Und mit einer Parteistellung könne man auch weiter dagegen vorgehen, betont die Juristin. „Es ist unvorstellbar, dass es in Österreich noch Heliskiing-Angebote gibt. Man fragt sich, wie so eine Destination wie die Arlbergregion, die sich den nachhaltigen Tourismus fast als ihre eigene Erfindung auf die Fahnen heftet, ausgerechnet mit einem derart fragwürdigen touristischen Angebot punkten will.“ Der von LH Markus Wallner ausgestellte Bescheid ist aus ihrer Sicht gleich in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig, schreibt Dagostin und verweist in ihrer 16 Seiten umfassenden Beschwerde auf mehrere Punkte, dazu zählen auch unzureichende Bewilligungen für den Flugverkehr.

„Nebulös ungeprüft und falsch“

Durch die Genehmigung seien „ohne entsprechendes Verfahren unionsrechtliche Grundlagen verletzt und den anerkannten Organisationen das Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter genommen“ worden. Auch der Nachweis des öffentlichen Interesses von Heliskiing fehle im Bescheid. „Ebenfalls nebulös ungeprüft und sogar fachlich falsch ist das durch Heliskiing vermeintlich vorhandene Sicherheitsinteresse durch die Stationierung eines Hubschraubers sowie die Gewährleistung der Maschinen für Rettungsflüge.“ Darüber hinaus wirft sie der Firma Wucher vor, bereits im Vorjahr ohne Bewilligung Flüge unternommen zu haben. Bei Wucher wird dies energisch zurückgewiesen. VN-TW

„Der Bescheid des Landeshauptmannes ist in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig.“