Elfjähriger versetzte Volksschüler in Schlins mit Flammen in Panik

Vorarlberg / 11.02.2022 • 13:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elfjähriger versetzte Volksschüler in Schlins mit Flammen in Panik
Auf dem Platz der Volksschule Schlins herrschten am Donnerstagmorgen Furcht und Schrecken. VN/GS

Minderjähriger sorgte auf Schulhof mit einer Spraydose für ein feuriges Entsetzen.

schlins Am Donnerstagmorgen, es war kurz vor Schulbeginn, herrschten auf dem Platz vor der Volksschule Schlins und auch in der näheren Umgebung Furcht und Schrecken:

Eine Gestalt, angetan mit einer Kapuze und einer schwarz-weißen Gesichtsmaske (Clownmaske), bedrohte die Schüler mit dem „Werfen von Flammen“.

Weinend ins Schulhaus geflüchtet

Allein die Erscheinung des Vermummten flößte den Schülern große Angst ein. Zudem griff der vorerst Unbekannte noch zu einer Spraydose und erzeugte mit einem Feuerzeug große Stichflammen. Viele Kinder flüchteten panikartig, schreiend und weinend in das Schulhaus.

Die Schulleitung reagierte prompt: „Mithilfe einer besorgten Mutter konnten wir den Täter im Bereich der Hauptstraße stellen, anhalten und dort der gerufenen Polizei übergeben“, teilte Schuldirektor Michael Ellensohn mit.

Eltern informiert

Der Direktor informierte noch am selben Tag die Eltern der Schüler in einem Schreiben über den Vorfall. Darin führte er unter anderem an: „Wir haben im Unterricht mit allen Schülerinnen und Schülerin über diesen Vorfall gesprochen und den Kindern mitgeteilt, dass der Täter gefasst und der Polizei übergeben wurde.“

Trotzdem hätten viele Kinder geweint und seien teilweise sehr ängstlich im Unterricht gesessen. Es wurde niemand verletzt, auch kein Sachschaden war entstanden.

Aus Erziehungsanstalt ausgebüxt

Der Tatverdächtige wurde von Beamten der Polizeiinspektion Satteins einvernommen. Wie es sich herausstellte, handelte es sich um einen 11-jährigen Jungen aus einer Erziehungsanstalt, der schon zwei Tage zuvor in der Gegend mit einer Spraydose und einem Feuerzeug „herumgezündelt“ hätte. Der Minderjährige wird laut Polizei nicht angezeigt, jedoch erfolge ein Bericht an die Bezirkshauptmannschaft und Staatsanwaltschaft.

Im Gespräch mit den VN bestätigte Ellensohn am Freitag den Vorfall, wollte jedoch nicht auf nähere Details eingehen („wegen eventueller Nachahmungstäter“). Nur so viel: „Es ging hier alles drunter und drüber. Glücklicherweise konnten wir den Täter erwischen. Wir haben heute mit dem schulpsychologischen Dienst in der Landesbildungsdirektion Kontakt aufgenommen.“

Elfjähriger versetzte Volksschüler in Schlins mit Flammen in Panik
Elisabeth Mettauer-Stubler, Sprecherin der Landesbildungsdirektion

Was macht die Schulpsychologie?

Elisabeth Mettauer-Stubler, Sprecherin der Landesbildungsdirektion, wurde ebenfalls über die Sachlage im aktuellen Fall informiert. Zur weiteren Vorgangsweise erklärte sie den VN: „In solchen Fällen stellen wir bei Bedarf externe Schulpsychologen zur Verfügung, die dann die betreffenden Schulen und Klassen besuchen. Es gibt dafür auch Beratungsstellen in den Bezirken und Gemeinden. Zunächst wird eruiert, wo und inwiefern eine Betreuung notwendig ist.“ Im gegebenen Fall sei der Täter erwischt worden, es würde sich hier wahrscheinlich nicht mehr viel tun. „Die nächsten Ferien stehen an. Dann sehen wir, ob bei irgendwelchen Kindern Nachwehen bestehen. In diesem Fall besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit einer psychologischen Hilfe“, so Mettauer-Stubler.

Erst jüngst herrschte unter Schülerin in der Klosterschule Mehrerau in Bregenz Aufregung, als zwei noch unbekannte Männer in der Umgebung angeblich mit einer Softgun hantierten (die VN berichteten). Und im vergangenen Jahr wurde immer wieder über einen „Kinderschreck“ berichtet, der in der Nähe verschiedener Volksschulen und Kindergärten versucht haben soll, Minderjährige ins Auto zur locken.