Zum Gedenken

Vorarlberg / 11.02.2022 • 17:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zum Gedenken

Hard Am 9. November 2021 starb in Hard mit 81 Jahren der über die Grenzen hinaus bekannte Elektrofachmann Hermann Kolb nach kurzer, schwerer Krankheit. Er war ein Mann aus der Elektrobranche – sein Fachwissen und seine Kundenberatung zeichneten ihn aus.

Geboren wurde er am 29. Mai 1940 in Bregenz, seine Kinder- und Jugendzeit verbrachte er mit seinen drei Geschwistern in Lauterach. Nach dem Besuch der Pflichtschule wechselte er in die Handelsschule nach Bregenz. Sein Vater führte in Hard ein Elektrogeschäft, so war es naheliegend, dass er dort seine Lehre als Elektriker machte und die Ausbildung mit der Meisterprüfung abschloss.

Das elterliche Fachgeschäft von Lotte und Oskar Kolb in der Harder Kohlplatzstraße übernahm Hermann am 1. Jänner 1969. Zusammen mit seiner Gattin Heidi, die er am 4. Juni 1968 heiratete, erfolgte der kontinuierliche Aufbau des inzwischen bekannten Unternehmens. Im Jahr 1977 erfolgte der Neubau des heutigen Firmensitzes in der Hofsteigstraße. Über Hard hinaus hat das Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf in Bezug auf Angebot, Kundenberatung und Service. Es war ihm immer ein Bedürfnis, seinen Kunden die neuesten Technologien anbieten zu können. Hermann‘s Geschäftspartner im Elektrohandel bestätigten, dass er „was Besonderes“ in der Branche war. Man kannte ihn bis nach Wien. Manchmal laut, aber immer mit Leib und Seele bei der Sache. Bei den Verkaufsbesuchen wussten die Geschäftsrepräsentanten seiner Lieferanten nicht, ob sie den nächsten Termin wahrnehmen konnten, weil er ihnen mit Begeisterung seine diversen Sammlungen alter Geräte zeigte. Über 31 Jahre lang war Hermann täglich erfolgreich für seine Kunden im Einsatz. Immer mit tatkräftiger Unterstützung seiner Heidi.

Der Ehe mit Heidi entstammten drei Kinder: Günther, Ingeborg und Evelin, und er war Opa von sechs Enkelkindern. Zu seiner Freude übernahm im Jahr 2000 sein Sohn Günther mit seiner Frau Sonja das Unternehmen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er zehn Jahre Mitglied der Harder Gemeindevertretung.

Soziales Engagement

Sein soziales Engagement in der Marktgemeinde bewies er unter anderem mit der Organisation und der Finanzierung der von den Bewohnern des Seniorenheims begeistert aufgenommenen Blütenfahrten. Hermann begleitete dabei die Teilnehmer immer selbst, denn er hörte sich gerne ihre persönlichen Geschichten von früher an. Ab und an konnte er sich dort auch mit ehemaligen Fußballspielern an Spieleinsätze und an wunderbare Tore zurückerinnern. Einige Jahre lang war er stolzer Spieler des FC Hard.

Nicht zu vergessen sind seine Aktivitäten rund um die Harder Radsporttage. Es hat ihm sehr viel Freude bereitet, wenn er die Radler sicher durch Vorarlbergs Straßen leiten durfte. Manchmal sogar mit einem seiner Kinder auf dem Beifahrersitz. Doch er war nicht nur sportlich engagiert, Spenden an Hilfsorganisationen waren ihm stets ein besonderes Anliegen.

Bis zu seinem Tod war sein persönlich größtes Hobby das Sammeln alter Raritäten, sei es im Bereich Technik oder Kunst. In seinem Ausstellungsraum im Geschäft gibt es besondere Unikate zu bewundern. Unter anderem eine der ältesten Waschmaschinen im deutschsprachigen Raum. Sein unternehmerischer Geist wird bei Elektro Kolb in Hard weiterleben.