In den Klassen fallen die Masken

Vorarlberg / 14.02.2022 • 22:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bald können die Schülerinnen und Schüler auf die Masken verzichten – zumindest an ihrem Platz. APA
Bald können die Schülerinnen und Schüler auf die Masken verzichten – zumindest an ihrem Platz. APA

Schüler müssen am Sitzplatz bald nicht mehr Mund und Nase bedecken.

SCHWARZACH Nach den Semesterferien ist die Maske nicht mehr ständige Begleiterin im Unterricht. Ab 21. Februar können Schülerinnen und Schüler am Sitzplatz darauf verzichten. Im Schulgebäude und für Lehrerinnen und Lehrer gilt die Pflicht aber weiterhin. Auch Schulveranstaltungen wie Skikurse finden wieder statt, erklärte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Montag. Ziel sei nicht nur die Schulen offenzuhalten, sondern „sobald es möglich ist“ zur Normalität im Schulalltag zurückzukehren. Lehrer- und Elternvertreter bezeichnen das Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz als sinnvoll. Das Urteil der Schülerinnen und Schüler fällt durchwachsen aus.

Tests bleiben

In Vorarlberg sind gerade Semesterferien. Seit Montag können aber bereits Volksschülerinnen und -schüler in anderen Bundesländern auf die Maske am Sitzplatz verzichten. Im Turnunterricht gehört sie seit der Vorwoche der Vergangenheit an. Die Schultests finden wie gehabt statt: Alle Schülerinnen und Schüler sind dazu verpflichtet, sich dreimal pro Woche zu testen, mindestens zwei Mal mit einem PCR-Test. Außerdem ist an den Schulen nach wie vor die Präsenzpflicht ausgesetzt. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder auch ohne ärztliches Attest entschuldigen können. Bei einem einzigen Corona-Fall in der Klasse geht der Unterricht weiter. Die anderen Schülerinnen und Schüler müssen sich aber fünf Tage lang täglich testen. Kommt es zu einem oder mehreren positiven Ergebnissen, wird auf Fernunterricht umgestellt.

„Wir müssen mit Augenmaß vorgehen“, sagte Bildungsminister Polaschek auf Ö1. Sollte sich die epidemiologische Lage weiter entspannen, ließen sich zusätzliche Lockerungen vornehmen. Michael Tagger, Obmann des Vorarlberger Elternverbandes, befürwortet die ersten Schritte: „Im Unterricht spielt sich vieles über die Mimik ab. Das Ende der Maskenpflicht macht die Kommunikation einfacher“, sagt er zu den VN. Zum Ende aller Maßnahmen solle es aber nicht kommen. „Wir dürfen die Vernunft nicht außer Acht lassen.“ Hygiene-Grundregeln müssten weiter angewendet werden, auch regelmäßiges Lüften im Klassenraum hält der Elternvertreter für wichtig. Die regelmäßigen Tests böten Sicherheit im Schulbetrieb.

Alexandra Loser, Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft, hält das Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz ebenfalls für sinnvoll. Sie spricht sich auch dafür aus, die Tests beizubehalten. „Antigentests sind sinnvoll. Man könnte sie auch täglich durchführen.“ Mit Blick auf die bisherige Testorganisation spricht Loser allerdings von einem „Totalversagen“. Die Schulen seien ohnehin bereits durchseucht. Ob weitere Maßnahmen ausgesetzt werden können, will die Gewerkschafterin nicht beurteilen.

Sorge wegen Infektionsgefahr

Auch Lina Feurstein, AHS-Landesschulsprecherin, findet kritische Worte. „Wir haben das Gefühl, dass eine Durchseuchung vorangetrieben wird.“ Deshalb sähen die Schülerinnen und Schüler die Lockerung mit einem gewissen Zwiespalt. „Die Maskenpflicht bedeutet für viele eine Belastung. Dass sie aufgehoben wird, gibt uns natürlich ein Stück Normalität zurück.“ Gleichzeitig verweist Feurstein auf das Infektionsgeschehen an den Schulen. „Derzeit müssen noch immer viele Schülerinnen und Schüler abgesondert werden, da sie sich infiziert haben.“ Dies könnte sich nun weiter verstärken, so die Befürchtung. VN-RAM

„Derzeit müssen noch immer viele Schülerinnen und Schüler abgesondert werden.“

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