Bodenseeregion nimmt es bald lockerer

Vorarlberg / 15.02.2022 • 22:40 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

In allen Ländern gibt es Öffnungspläne. Was das für die Reisebestimmungen heißt, ist unklar.

BREGENZ Zu Beginn der Omikron-Welle setzten viele Staaten auf strenge Maßnahmen. Nun ist das Gegenteil der Fall. Lockerungen stehen fast überall im Raum, nicht nur in Österreich, sondern auch bei Vorarlbergs Nachbarn Deutschland, Schweiz und Liechtenstein. Am Mittwoch sollen wichtige Entscheidungen fallen.

In Österreich berät die Politik mit Expertinnen und Experten über Lockerungen. . Zuletzt nahm die Debatte um die Gratistests an Fahrt auf. Nur in wenigen Ländern gibt es ein umfassendes Gratisangebot wie in Österreich, in der Schweiz kosten PCR-Tests umgerechnet zwischen 150 und 340 Euro. Bundeskanzler Karl Nehammer sprach sich für ein Ende der kostenlosen Tests aus. Auch Landeshauptmann Markus Wallner (beide ÖVP) will die Teststrategie ändern. Er forderte außerdem, die Quarantäne abzuschaffen und Verstöße gegen die Impfpflicht gar nicht erst zu bestrafen. 2G gilt im Handel schon seit vergangener Woche nicht mehr, ab 19. Februar brauchen Gäste in Restaurants und Hotels nur noch einen 3G-Nachweis. Das könnte bald auch wieder in den Skigebieten ausreichen.

Offen ist auch, wie es mit der Einreiseverordnung weitergeht. Im Vergleich zu den Nachbarn hat Österreich die strengsten Regeln. Neben einem 2G-Nachweis benötigen Einreisende, die nicht geboostert sind, einen negativen PCR-Test (2Gplus). Sonst müssen sie sich anmelden und eine Quarantäne antreten. Kinder unter zwölf Jahren, die mit Erwachsenen einreisen, sind von der Nachweispflicht ausgenommen. Im schulpflichtigen Alter reicht der Ninja-Pass. Erleichterungen gibt es auch für Pendler; sie müssen lediglich die 3G-Regel beachten. Die Verordnung werde laufend an die nationale und epidemiologische Situation angepasst, hieß es auf VN-Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. Ob es zu Änderungen komme, könne noch nicht gesagt werden. Mit Blick auf die Pläne, wonach im Tourismus und in der Gastronomie schon bald wieder 3G gilt, plädierte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher dafür, ähnliche Schritte bei der Einreiseverordnung zu setzen.

Auch in Deutschland erwägen Bund und Länder einen Stufenplan für das weitgehende Ende fast aller Maßnahmen bis zum 20. März. Der weitere Kurs soll am Mittwoch in einer Ministerpräsidentenkonferenz festgelegt werden. In einem ersten Schritt könnten dem Vorschlag zufolge private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene mit mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht werden und die 2G-Regel im Einzelhandel bundesweit fallen. Ab 4. März soll ein 3G-Nachweis für den Besuch in der Gastronomie oder in einem Hotel reichen. Für den Zugang zu Diskotheken bräuchte es 2Gplus beziehungsweise eine dritte Impfung. Auch Teilnehmerbeschränkungen für überregionale Sportveranstaltungen könnten der Vergangenheit angehören. Ab 20. März enden dem Vorschlag zufolge dann alle weitreichenden Beschränkungen wie etwa auch die Homeoffice-Regeln. An der Schutzmaske wollen Bund und Länder festhalten. Ob es tatsächlich so kommt, war am Dienstag offen. Was die Einreise nach Deutschland angeht, sind keine Änderungspläne bekannt. Österreich gilt aus deutscher Sicht nach wie vor als Corona-Hochrisikogebiet. Wer einreisen will, muss sich vorher online anmelden. Sämtliche Personen ab sechs Jahren benötigen bei Fahrten über die Grenze einen 3G-Nachweis. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss eine Quarantäne antreten, auch Kinder. Es gibt aber Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht, etwa für den Besuch von Verwandten ersten Grades oder des Lebenspartners von unter 72 Stunden sowie für Fahrten im Grenzverkehr unter 24 Stunden.

Weitreichende Lockerungsschritte könnte die Schweiz setzen. Die Homeoffice-Pflicht hat das Nachbarland bereits abgeschafft. Außerdem müssen Menschen, die mit Infizierten Kontakt hatten, nicht mehr in Quarantäne. Ein Ende sämtlicher Maßnahmen ab 17. Februar steht im Raum. Laut mehreren gut informierten Quellen wolle Gesundheitsminister Alain Berset beim Bundesrat beantragen, fast alle Regeln auf einmal abzuschaffen, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung.“ 2G-oder 3G-Nachweise würden dann sofort fallen. Masken müssten aber weiterhin in Öffis sowie in Spitälern, Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen getragen werden, schrieb die „NZZ“. Eine Entscheidung soll es heute geben.

Liechtenstein orientiert sich in seiner Corona-Politik stark an der Schweiz. Auch das Fürstentum hat die Quarantänepflicht für Kontaktpersonen bereits beendet. Weitere Lockerungen sollen in enger Abstimmung mit dem Nachbarland erfolgen, hieß es. Liechtenstein hat auch die gleichen Einreisebestimmungen wie die Schweiz. Die Testpflicht für nicht geimpfte oder genesene Menschen steht auf dem Prüfstand. Auch eine Einreiseanmeldung wäre dann nicht mehr notwendig. Als Nachbarregion ist Vorarlberg bereits von den Corona-Reiseregeln ausgenommen. Grundsätzlich verlangen die Schweiz und Liechtenstein bislang aber von allen Personen ab 16 Jahren einen 3G-Nachweis. Wer mit dem Flugzeug oder einem Fernbus einreist, muss ein entsprechendes Formular ausfüllen. Eine Quarantänepflicht besteht für Einreisende aus dem Schengenraum nicht mehr.