27 Millionen Euro aufs Kirchenkonto

Vorarlberg / 16.02.2022 • 19:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rund 140.000 Beitragszahler sorgen dafür, dass die Pfarren ihren vielfältigen Verpflichtungen nachkommen können.scopoli
Rund 140.000 Beitragszahler sorgen dafür, dass die Pfarren ihren vielfältigen Verpflichtungen nachkommen können.scopoli

Kirchenbeiträge fließen wieder. Finanzielle Lücke aus erstem Coronajahr konnte geschlossen werden.

Feldkirch Die Katholische Kirche Vorarlberg hat das magere erste Coronajahr 2020 hinter sich gelassen und, wie es der Leiter der Finanzkammer der Diözese, Andreas Weber, salopp formuliert, die finanzielle Delle ausgeglichen. So flossen 2021 wieder gut 27 Millionen Euro an Kirchenbeiträgen auf die Konten der Diözese. Darin enthalten ist auch ein Großteil der Beiträge, die vielen Zahlern ein Jahr davor gestundet worden waren.

„Dieses Entgegenkommen war sicher ein starker Motor, die ausstehenden Summen zurückzuzahlen“, gibt sich Weber überzeugt. Es zeige aber auch den hohen Stellenwert, den die Kirche in der Bevölkerung habe. 2020 brachen die Kirchenbeiträge um gut eine Million Euro gegenüber 2019 ein. Damals spülten sie 26,2 Millionen Euro in die diözesanen Kassen, ein Jahr später nur noch 25,3 Millionen. Die Diözese hatte auf die prekäre Situation vieler Gläubiger reagiert und individuelle Lösungen zur Begleichung des Kirchenbeitrags angeboten.

Kirchenrenovierungen

Vor allem junge Menschen haben laut Andreas Weber von dieser Möglichkeit regen Gebrauch gemacht. „Die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren dabei stark gefordert, weil es viele Gespräche benötigte“, erzählt Weber. Es sei in allen Fällen mit Augenmaß und Großzügigkeit agiert worden. Das habe sich letztlich ausgezahlt. Durch das Plus in der Kasse konnten auch die auf Eis gelegten Kirchenrenovierungen in Dalaas und Koblach fortgesetzt werden. Die Kirche in Koblach ist bereits fertig, jene in Dalaas wird es demnächst sein.

Für 2022 hat die Diözese ihren Anteil am rund acht Millionen Euro schweren Investitionsbudget sogar auf 1,3 Millionen Euro aufgestockt. Unter anderem stehen Renovierungen beim Pfarrzentrum Feldkirch-Gisingen an. In Weiler erhält nach der Kirche auch noch das Pfarrzentrum eine Auffrischung, und in Götzis stehen im Rahmen der Kirchenrenovierung die Abschlussarbeiten an. Im September beginnen zudem die Umbauarbeiten beim Bildungshaus St. Arbogast, für die ein privater Gönner tief in die Tasche gegriffen hat. „90 Prozent der Aufträge kommen der heimischen Wirtschaft zugute“, ergänzt Weber, der allen für ihre Solidarität dankbar ist.

An Kirchenbeiträgen sind für das heurige Jahr 26,8 Millionen Euro veranschlagt. „Wir hoffen, auf dem budgetierten Niveau abschließen zu können“, sagt Andreas Weber. Gleichwohl ist die Kirche weiterhin bereit, hinzuschauen, wenn es die Lebenssituation erfordert. VN-MM

„Das Entgegenkommen war ein starker Motor, ausstehende Summen zurückzuzahlen.“

27 Millionen Euro aufs Kirchenkonto