Mutmaßlicher Hochstapler versprach der VEU Feldkirch ein Stadion

Vorarlberg / 16.02.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mutmaßlicher Hochstapler versprach der VEU Feldkirch ein Stadion
Am Landgericht Vaduz findet demnächst ein Prozess gegen zwei “Geschäftsleute” statt, denen unter anderem schwerer Betrug vorgeworfen wird. VN/HB

Ein Deutscher und ein Kärntner am Landgericht Vaduz wegen schweren Betrugs angeklagt.

VAduz, Feldkirch Die Liechtensteiner Justiz wirft einem 52-jährigen Deutschen und einem 62-jährigen Kärntner Rechtsanwalt schweren Betrug und Geldwäsche vor. Laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung Kärnten“ hat das verdächtige Duo sieben Opfer um 1,83 Millionen Euro geprellt.

Die beiden Tatverdächtigen traten Mitte 2011 „in eine Geschäftsbeziehung“. Im Laufe der Jahre sollen sie Kunden mit dem Versprechen ertragreicher Darlehen geködert haben. Voraussetzung war allerdings deren vorherige Hinterlegung von beträchtlichen Summen als Eigenkapitalanteil. Doch die Opfer, insgesamt sieben Personen aus Deutschland und der Schweiz, sahen ihre Investitionen niemals wieder. Und schon gar nicht das versprochene Darlehen.

Schwerer Betrug, Geldwäsche sowie Urkunden- und Beweismittelfälschung lauten die Anklagepunkte gegen die Beschuldigten im Fürstentum, wo sie auch ihr Epizentrum der Betrugscausa, die mittlerweile pleite gegangene „Fricina Holding Anstalt“ betrieben hatten.

„Berufschamäleon“

Der „dickere Fisch“ der beiden scheint der bereits mehrfach vorbestrafte Deutsche zu sein, der mittlerweile in Liechtenstein in U-Haft sitzt und auf seinen Prozess wartet.

Der Mann hatte auch den Eishockey Verein VEU Feldkirch im Visier. Schon vorher hatte er sich verschiedenen potenziellen Opfern als Experte präsentiert und dabei seine Berufsangaben gewechselt wie ein Chamäleon seine Farbe.

Großes Sponsoring

Der VEU spielte er im Jahr 2018 vor, Eishockey-Profi gewesen zu sein, doch der Einstieg in den Verein gelang ihm nicht. Dabei wollte der Deutsche dem VEU-Präsidenten Pit Gleim und der Stadt Feldkirch den Mund damit wässrig machen, den Verein mit einem Sponsoring von 50 Millionen Euro wieder in die erste Liga zu bringen und ein Stadion für 70 Millionen Euro zu bauen.

„Wir hatten zwei, drei Termine mit ihm“, erinnert sich VEU-Geschäftsführer Michael Lampert an die Zusammentreffen mit dem Angeklagten gegenüber den VN. „Darunter war einer mit der Stadt Feldkirch zum Thema Stadion. Er hat dann aber damals nichts zusammengebracht, damit war das alles für uns nicht relevant. Unsere Vermutung war damit wohl richtig – solche Sachen haben wir ja schon ein paar Mal erlebt.“ 2020 klickten für den Deutschen schließlich die Handschellen.

Übrigens will sich der mitangeklagte Ex-Anwalt aus Kärnten, der auf freiem Fuß ist, dem anstehenden Prozess in Liechtenstein stellen. So teilte der Jurist schriftlich mit, den Sachverhalt lückenlos aufklären zu wollen.