3G an der Grenze

Vorarlberg / 17.02.2022 • 22:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Einreise soll bald auch wieder ein negativer Test reichen. VN/Paulitsch
Für die Einreise soll bald auch wieder ein negativer Test reichen. VN/Paulitsch

Erleichterungen ab 5. März geplant, Details sind noch offen.

SCHWARZACH Im Bodenseeraum werden die Grenzen durchlässiger. Überall stehen die Zeichen auf Lockerung. Österreich will seine Einreisevorschriften ab 5. März lockern. Dann gilt wieder die 3G-Regel. Für den Tourismus dürfte dadurch vieles einfacher werden. Ob es neue Erleichterungen für Pendler geben wird, blieb zunächst unklar.

Strenge Auflagen

Bislang hat Österreich mit der 2Gplus-Regel strikte Vorschriften. Genesene und Geimpfte ohne Booster brauchen einen maximal 72 Stunden gültigen negativen PCR-Test, um sich Anmeldung und Quarantäne zu ersparen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Kinder, die mit Erwachsenen einreisen. Menschen, die wegen des Berufs, der Ausbildung, der Familie oder zum Besuch des Lebenspartners pendeln, reicht bereits jetzt ein 3G-Nachweis. Für sie sind auch Antigentests maximal 24 Stunden lang zulässig. 

Ab 5. März wird aus 2Gplus nun für alle 3G – es sei denn, die Einreise erfolgt aus einem Virusvariantengebiet. Details  sind noch nicht bekannt, heißt es auf VN-Anfrage aus dem Büro des zuständigen Landesrats Christian Gantner (ÖVP). Die Verordnung des Gesundheitsministeriums werde wohl nächste Woche vorliegen. Ob Pendler erneut mit Sonderregeln, etwa mit einer längeren Gültigkeitsdauer der Tests, rechnen können, sei offen. Mit den bisherigen 3G-Bestimmungen gebe es aber keine großen Schwierigkeiten. Viele Pendler hätten sich impfen lassen. Das unterstreicht auch Herbert Fechtig vom Grenzgängerverband. „Wer so oft über eine Grenze fährt, lässt sich in der Regel impfen.“ Mit 3G gebe es auch sonst keine Probleme, mittlerweile habe sich alles gut eingespielt. Etwa 8500 Vorarlberger Grenzgänger arbeiten in Liechtenstein, 8300 in der Schweiz und 300 in Deutschland.

Markus Kegele, Hotelier und Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, bezeichnet jede Erleichterung bei den Corona-Bestimmungen für die Branche als positiv, ortet aber grundsätzlich einen „Wirrwarr, der sich ständig ändert“. Mit Blick auf die übrige Saison äußert er sich zuversichtlich. „Wir denken jedenfalls schon an den Herbst und hoffen, dass alle Vorkehrungen getroffen werden, um im nächsten Winter Planbarkeit zu haben.“

Vor allem aus Deutschland kommen viele Urlauber. In der letzten Wintersaison 2018/2019 vor der Krise stammten Vorarlberg Tourismus zufolge 56 Prozent der Gäste aus dem Nachbarland, mit großem Abstand gefolgt von jeweils 13 Prozent aus der Schweiz und Liechtenstein sowie dem übrigen Österreich, und sieben Prozent aus den Niederlanden. Derzeit ist Österreich aus deutscher Sicht Corona-Hochrisikogebiet. Das bedeutet, dass für die Ein- oder Rückreise nach Deutschland eine Anmeldung nötig ist, außerdem brauchen alle Personen ab sechs Jahren einen 3G-Nachweis. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss in Quarantäne.

Berlin erwägt Änderungen

Es gibt zwar Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht, etwa für Fahrten unter 24 Stunden im Grenzverkehr oder Berufspendler. Allerdings stellen die Bestimmungen gerade Urlauber vor große Probleme. Ungeimpfte Kinder müssen nämlich immer in Quarantäne. Davon will Deutschland künftig abgehen. Ziel sei es, Reisen für Familien zu erleichtern, hieß es in einem Beschluss von Bund und Ländern. Die Schweiz hat ihre Corona-Einreiseregeln ganz über Bord geworfen. Nachbarregionen wie Vorarlberg waren aber zuvor schon davon ausgenommen. Das galt auch für Liechtenstein, das sich bei seinen Auflagen an der Schweiz orientiert. VN-RAM

„Grundsätzlich handelt es sich um einen Wirrwarr, der sich ständig ändert.“