Einbürgerungen steigen um 80 Prozent

Vorarlberg / 17.02.2022 • 20:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein neues Gesetz für die Nachkommen von NS-Opfern ist der Grund für die hohen Zahlen.

Wien Die Nachkommen von Opfern des NS-Regimes machten knapp 40 Prozent der Einbürgerungen im Vorjahr aus. Überwiegend stammten sie aus Israel, den USA und dem Vereinigten Königreich.

Insgesamt erhielten 16.171 Personen im Vorjahr die österreichische Staatsbürgerschaft. Rund ein Fünftel aller Eingebürgerten wurde bereits in Österreich geboren. 50,5 Prozent waren Frauen. Der Anteil der Kinder unter 18 Jahren betrug 30,1 Prozent. 

Aus anderen Gründen als aufgrund der neuen Gesetzeslage für Nachkommen von NS-Opfern Eingebürgerte waren zuvor am häufigsten Staatsangehörige der Türkei (6,8 Prozent), Bosnien und Herzegowinas (5,7 Prozent) sowie Serbiens (4,8 Prozent).

In fast allen Bundesländern wurden mehr Personen eingebürgert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Einzig in der Steiermark waren es weniger. Bei einer insgesamt niedrigeren Einbürgerungszahl gab es 2021 im Vergleich zu 2019 in drei Bundesländern – Kärnten, Tirol und Vorarlberg – mehr Einbürgerungen, wobei die ersten beiden davon ein Plus von jeweils 14,4 Prozent aufwiesen. In Vorarlberg gab es ein leichtes Plus von 1,8 Prozent.

Weniger als 2019

Die Zahl der Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Inland lag 2021 mit 9.723 Personen um 10,5 Prozent über jener von 2020 (8.796) und um 7,4 Prozent unter der von 2019 (10.500 Personen). Daraus ergibt sich laut Statistik Austria eine vorläufige Einbürgerungsrate von 0,6 Prozent für das vergangene Jahr. Das entspricht der Rate von 2020 und ist etwas weniger als die Rate von 2019 (0,7 Prozent).

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ sieht die Einbürgerungszahlen SOS Mitmensch. In einer Aussendung begrüßte die NGO zwar die Staatsbürgerschaften für Nachkommen der NS-Opfer.

„Katastrophal“ sei hingegen das „dramatisch niedrige Niveau“ der Einbürgerungsrate von in Österreich geborenen Kindern. VN-JUS