Etwas zu viel Volt in der Taschenlampe

Vorarlberg / 17.02.2022 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verboten: Ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker. Wegen seines Besitzes wurde ein Tschetschene zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.  symbol/dpa
Verboten: Ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker. Wegen seines Besitzes wurde ein Tschetschene zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.  symbol/dpa

33-Jähriger wegen Besitz eines verbotenen getarnten Elektroschockers verurteilt.

Bregenz Der verheiratete Lagerarbeiter hat eine Frau und fünf Kinder zu Hause und am Bezirksgericht Bregenz eine Anklage am Hals. Dort muss sich der Tschetschene wegen des Vergehens nach dem Waffengesetz verantworten.

Erinnerungslücken

Der 33-Jährige kann (oder will?) sich nicht daran erinnern, schon einmal hier vorgeladen gewesen zu sein. Doch Richter Christian Röthlin belehrt ihn eines Besseren: „Sie sind hier am Bezirksgericht Bregenz bereits fünf Mal verurteilt worden. Aber womöglich können Sie sich deshalb nicht daran erinnern, weil Sie damals nicht erschienen sind.“ Womit es sich um Verurteilungen in Abwesenheit gehandelt hätte.

„Überfall“ in Quarantäne

Wie dem auch sei, diesmal hingegen glänzt der Angeklagte durch Anwesenheit. Laut Anklage hat die Polizei bei ihm zu Hause einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker aufgefunden. Eine Waffe also, die nicht nur in Österreich als verboten gilt.

Als „recht aufgeladen“ gibt sich auch der 33-Jährige selbst bei der Verhandlung. Denn die polizeiliche Amtshandlung schildert er in drastischen Worten mehr als einen „Überfall“ denn eine bloße Sicherstellung: „Ich befand mich wegen Corona zu Hause in Quarantäne. Da stürmten sie um 10 Uhr vormittags plötzlich herein und nahmen meine ganze Wohnung auseinander! Wegen des Verdachts der Körperverletzung, sagten sie. Und das ohne jeden Haftbefehl oder so was!“, entrüstet sich der Tschetschene, diesmal in deutlicher Erinnerung.

Ob er denn nicht gewusst habe, dass es sich bei dem Elektroschocker um eine verbotene Waffe handle, will der Richter nun von ihm wissen. „Wenn ich jetzt Ja sage, ist es eine Lüge. Und wenn ich Nein sage, dann auch“, versucht der Beschuldigte seine angebliche Unsicherheit in dieser Frage zu relativieren. Sicher sei nur, dass er die Taschenlampe vor 14 Jahren geschenkt bekommen habe.

„Nie damit herumspaziert“

„Aber ich habe den Elektroschocker nie ausprobiert und bin auch nie damit herumspaziert. Und deshalb habe ich von der Behörde ein lebenslängliches Waffenverbot bekommen!“

Was Richter Röthlin nur bestätigen kann. Er verurteilt den 33-Jährigen im Sinne der Anklage (Vergehen nach dem Waffengesetz) zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro (hundert Tagessätze zu je vier Euro).