Gericht: 800 Euro Strafe für angedrohten „Fensterwurf“

Vorarlberg / 17.02.2022 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: 800 Euro Strafe für angedrohten „Fensterwurf“
Der Angeklagte war mit dem arbeitslosen Lebensgefährten seiner Tochter aneinandergeraten. Eckert

53-jähriger Vater verlor bei Familienstreit die Beherrschung.

Feldkirch Der 53-jährige Serbe ist zurzeit arbeitslos und hat eine Menge Schulden am Hals. Insgesamt haben sich 57.000 Euro angesammelt. Was die Finanzen betrifft, ist die Tochter des Mannes angeblich ebenfalls immer am Jonglieren.

Ihr Freund ist arbeitslos, sie hat zwei Kinder, das Geld sei immer knapp, so der Angeklagte beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Immer wieder habe er ihr Geld geliehen, obwohl er selbst knapp bei Kasse sei. Als er im Jänner dieses Jahres zu Besuch bei Tochter und Enkeln in Götzis war, kam es zum Streit. Er warf dem Lebensgefährten seiner Tochter vor, sich vor der Arbeit zu drücken. Die Diskussion eskalierte.

30-Jährigen bedroht

Zunächst saßen beide Männer auf der Couch im Wohnzimmer. „Such Dir endlich einen Job, damit du deine Familie versorgen kannst“, äußerte der Besucher seine Besorgnis um die Existenz seiner Tochter. Als der junge Mann nicht groß auf die Ratschläge einging, wurde der Mann laut. „Ich pack dich am Hals und werfe dich aus dem Fenster“, drohte der Serbe anschließend. Das behauptet zumindest der Freund der jungen Mutter.

Der Angeklagte selbst bestreitet dies vehement bis zum Schluss. „Das ließ ich mir nicht gefallen, ich lasse mir doch nicht in meiner eigenen Wohnung drohen“, erklärt der Zeuge vor Gericht. Der Vater holt in seinen Ausführungen immer recht weit aus, gibt an, der Arbeitslose habe zudem ein Alkoholproblem, zwei Mal habe man ihm den Führerschein bereits abgenommen und er habe auch die beiden Kinder im Wagen, wenn er betrunken fährt. „Das habe ich hier nicht zu beurteilen“, klärt Richterin Sabrina Tagwercher ihn auf.

Aussage gegen Aussage

Schlussendlich rief der Freund der Tochter die Polizei und gab an, dass der 53-Jährige sich weigere, die Wohnung zu verlassen und ihn sogar bedroht habe. „Ich habe mich ganz passiv verhalten, weil ich nicht wollte, dass die Sache noch mehr ausartet. Ich bestand darauf, dass die Polizei das regelt“, so der Zeuge. Die Tochter des Angeklagten entschlägt sich der Aussage. Somit muss die Richterin entscheiden, wer Opfer und wer Täter ist. Sie hält die Aussage des Anzeigenerstatters für glaubwürdig und verurteilt den 53-Jährigen, der bereits eine Vorstrafe wegen gefährlicher Drohung hat, zu 800 Euro unbedingter Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.