Omikron-Subtyp bereitet Sorgen

Vorarlberg / 17.02.2022 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor allem ungeimpfte Kinder wären einem höheren Long-Covid-Risiko ausgesetzt. AP
Vor allem ungeimpfte Kinder wären einem höheren Long-Covid-Risiko ausgesetzt. AP

Epidemiologin Eva Schernhammer hebt Schutz von Kindern vor Long Covid hervor.

Wien In zweieinhalb Wochen fallen also fast alle Corona-Maßnahmen, obwohl es bei Neuinfektionen noch keine deutliche Bewegung nach unten gibt. Das liegt laut aktuellem Wissensstand auch am neuen Omikron-Subtyp BA.2. Experten der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (Gecko) empfehlen, genau zu beobachten und nicht zu früh zu öffnen. Es könnte sich gerade eine neue Welle aufbauen.

Peak noch nicht überschritten

„Ein deutlicher Abwärtstrend hat sich durch das Darüberstülpen von BA.2 verzögert, wir befinden uns derzeit in einer Plateauphase“, sagt Eva Schernhammer den Vorarlberger Nachrichten. Sie ist Leiterin des Zentrums für Public Health und der Abteilung für Epidemiologie an der Med-Uni Wien. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird sie der neuen Kommission zum Monitoring der Impfpflicht angehören. Die Spitäler würden teilweise noch immer unter „sehr angespannten Bedingungen“ arbeiten.

So viel weiß man aktuell zum Omikron-Subtyp: Laut Abwasseruntersuchungen in Kläranlagen und Analysen von PCR-Proben sind schon mehr als 20 Prozent der Fälle in Österreich auf BA.2 zurückzuführen. In der kommenden Woche könnte die Variante bereits dominieren, informiert das Prognosekonsortium, dem Komplexitätsforscher Peter Klimek angehört.

Risiko Long Covid bei Kindern

Der Trend ist global: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde BA.2 in mindestens 57 Ländern nachgewiesen. Noch nicht überprüfte Studiendaten japanischer Forscher weisen darauf hin, dass BA.2 viel ansteckender ist. Die gute Nachricht: Aktuell gibt es keine Hinweise auf schwerere Verläufe als bei BA.1, oder einen verminderten Schutz durch die Impfung. Dennoch führen mehr Infektionen zu einer höheren Belastung im Gesundheitswesen. Schernhammer nennt auch Kindergärten und Schulen als sensible Bereiche. Derzeit steht noch keine Impfung für Kinder unter fünf Jahren zur Verfügung. Die Expertin verweist auf Daten aus Großbritannien und Israel, wonach Geimpfte weniger von Long Covid betroffen zu sein scheinen. Sie hält daher Vorsicht insbesondere bei ungeimpften Kindern weiterhin für wichtig. „Auch wenn sich derzeit laut jüngsten Studien ein wenig Entspannung abzeichnet, was Long Covid bei kleinen Kindern betrifft, so muss man hier noch auf konklusivere Evidenz warten, um diese potenzielle Gefahr endgültig einschätzen zu können“, sagt sie und empfiehlt, Masken in Schulen weiterhin überall anzuwenden, wo es leicht geht.

Ihre Empfehlungen sind klar: Das Covid 19-Impfpflichtgesetz ist ein wichtiger Baustein der weiteren Pandemiebekämpfung. Tests hätten beim Unterbrechen von Infektionsketten einen guten Dienst erwiesen, auch in den Schulen. Generell empfiehlt Schernhammer ganz klar, alle Corona-Schutzmaßnahmen tatsächlich bis zum Paradigmenwechsel einzuhalten.

„Das Impfpflichtgesetz ist ein wichtiger Baustein in der weiteren Pandemiebekämpfung.“

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