Sechs Krankheitsfälle durch Zeckenbiss

Vorarlberg / 17.02.2022 • 18:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für heuer wagt Klaus Zimmermann keine Prognose.vn/steurer
Für heuer wagt Klaus Zimmermann keine Prognose.vn/steurer

Kühler Sommer im Vorjahr dürfte wesentliche Rolle beim FSME-Rückgang gespielt haben.

Dornbirn Freundlicher als noch ein Jahr davor nimmt sich die Zeckenbilanz für 2021 in Vorarlberg aus. Während 2020 gleich elf Personen an der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) erkrankten, waren es im vergangenen Jahr lediglich sechs Fälle. Bundesweit wurden 134 FSME-Opfer gezählt, die meisten mit 54 in Oberösterreich gefolgt von Tirol (25) und Salzburg (17). Keine oder nur wenig Fälle gab es im Burgenland (0) in Wien (1) sowie in Kärnten (4). Die gute Nachricht: Die gefährliche Zeckenkrankheit forderte keine Todesopfer.

Schwierige Prognose

Für den Biologen Klaus Zimmermann kommt der Rückgang nicht überraschend, so kühl und verregnet wie der vergangene Sommer war. „Da sind nicht viele Leute mit der Badehose in den Wald gegangen“, findet er ein saloppes Resümee für das abgelaufene Zeckenjahr. Für heuer eine Prognose zu stellen ist laut Zimmermann schwierig, zumal sich auch das Winterwetter bis dato ziemlich wechselhaft gab. Bei den aktuell prognostizierten Temperaturen könnte es durchaus schon ein erstes Zusammentreffen von Zecken und Menschen geben.

Bekanntlich werden die Blutsauger bereits ab sieben Grad aktiv und damit hungrig. Allerdings kommt es auch darauf an, wie sich die Mäusepopulation entwickelt hat. „Mäuse sind ja die ersten Wirte der Zecken“, erklärt Klaus Zimmermann. Diesbezüglich vermag er ebenfalls keine konkrete Aussage zu treffen: „Die Ausgangssituation ist also ziemlich offen.“ Er rät dennoch zur Vorsicht und im Zweifelsfall davon auszugehen, dass die äußeren Umstände den Zecken eher förderlich sind.

Eine große Rolle spielt der Durchseuchungsgrad bei Zecken. Österreich gehört zu den am stärksten von FSME betroffenen Gebieten Europas. In allen Bundesländern sind mit FSME-Viren belastete Zecken beheimatet, und es werden auch jährlich Krankheitsfälle aus beinahe allen Bundesländern gemeldet. Somit gilt ganz Österreich als sogenanntes Endemiegebiet, das heißt, prinzipiell besteht fast überall ein potenzielles Infektionsrisiko. Deshalb ist auch die Zeckenschutzimpfung ein immer wiederkehrendes Thema, und das nicht nur bei Personen, die beispielsweise von Berufs wegen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Schutzgedanke hoch

Wie hoch die Impfrate im Land ist, lässt sich nicht sagen, aber: „Es gibt viele Menschen, die sich vor FSME schützen wollen“, bestätigt Apothekerkammerpräsident Jürgen Rehak. Vor allem Berichte über Fallzahlen würden Bewegung ins Impfgeschehen bringen. „Dann steigt das Interesse merklich an.“ Noch bis Sommer läuft die schon obligate Aktion mit verbilligtem Impfstoff, wobei empfohlen wird, die Zeckenschutzimpfung in der kühleren Jahreszeit vorzunehmen. VN-MM

Ob der Gemeine Holzbock im Winter genug Mäuse als Wirte gefunden hat, muss die Zeit erst weisen.vn
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