Auf Skiern im Einsatz

Vorarlberg / 20.02.2022 • 17:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Adrian Salzgeber: „Ich möchte ja Ansprechpartner für alle Anliegen sein.“<span class="copyright">BI</span>
Adrian Salzgeber: „Ich möchte ja Ansprechpartner für alle Anliegen sein.“BI

Adrian Salzgeber ist als Polizist in Lech auch im alpinen Gelände unterwegs.

LECH Betritt man die Polizeiinspektion in Lech, wird man freundlich begrüßt. Hilfsbereit stehen die Beamten vor Ort hilfesuchenden Menschen zur Verfügung. Es gibt viel zu tun, insbesondere in den Wintermonaten. Einer der engagierten Mitarbeiter ist Adrian Salzgeber, er schildert seinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag als Polizist in der Arlberggemeinde. Ein reiner Bürojob wäre nichts für ihn, betont er, denn er habe gern mit Menschen zu tun.

Aus welchem Grund haben Sie sich entschieden, Polizist zu werden?

SALZGEBER Polizist zu werden war mein Berufswunsch, schon von Kindheit an. Ich wollte in einem Bereich arbeiten, in dem ich mit Menschen zu tun habe. Außerdem ist es mir ein Anliegen, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Ein weiterer Aspekt ist, kriminalistisch tätig zu sein. Ich fühle mich mit meiner Heimatgemeinde Lech verbunden, deshalb möchte ich für die Bevölkerung auch Positives bewirken.

Wie lange sind Sie schon als Polizist tätig?

SALZGEBER Mittlerweile bin ich seit knapp vier Jahren in Lech als Polizist aktiv. Davor habe ich meine zweijährige Ausbildung sowie ein dreimonatiges Praktikum bei der Polizeiinspektion in Frastanz absolviert.

Welche Delikte fallen in Lech Zürs vor allem an?

SALZGEBER Neben Skidiebstählen sind das vor allem auch Skiunfälle. Dazu gehören Kollisionen unter den Skifahrern, Liftunfälle oder jemand fährt gegen eine Absperrung, Liftstütze oder Pistentafel. Jeder Unfall muss von uns aufgenommen werden. Was leider auffällt, ist, dass Fahrerfluchten nach Skikollisionen häufiger werden. Hierbei verschwindet der Unfallverursacher, ohne Erste Hilfe zu leisten oder seine Daten bekannt zu geben. Für uns ist es schwierig, die Verursacher ausfindig zu machen, da es außer Skibekleidung, Helm und Sonnenbrille meist nur wenig Anhaltspunkte gibt.

Hierfür gibt es einen eigenen Alpindienst in Lech?

SALZGEBER Wir sind derzeit elf Beamte vor Ort, sieben fahren davon täglich Pistendienste. Ich bin ebenfalls beim Alpindienst. Bei unseren Diensten stehen wir eng mit der Pistenrettung in Kontakt. Wir sind in erster Linie dafür zuständig, alle Skiunfälle mit Fremdverschuldung zu erheben. Dazu gehören Skiunfälle im freien Gelände, wie zum Beispiel Stürze im freien Skiraum, etwa beim Tourengehen, aber auch Lawinenunfälle, die glücklicherweise selten vorkommen, oder Abgängigkeiten. Insbesondere an schönen Wintertagen haben wir viel zu tun.

„Was leider auffällt, ist, dass Fahrerfluchten nach Skikollisionen häufiger werden. “

Adrian Salzgeber, Polizist in Lech

Wie sieht ein normaler Arbeitsalltag bei Ihnen aus?

SALZGEBER Der Alpin- und Streifendienst sind strikt getrennte Bereiche. Der Streifendienst beginnt meistens mit der Schulwegsicherung. Wir sind beim Sport- und Modehaus Strolz und beim Hotel Krone beim Fußgängerübergang und schauen, dass die Kinder wohlbehalten in die Schule kommen. Dann erfolgt die Frühbesprechung mit meinen Kollegen. Dabei werden die Geschehnisse in der Nacht und des Vortags besprochen. Später fahre ich meistens eine Streife mit dem Polizeiauto. Ich gehe auch gern zu Fuß auf Streife, da ich dann eher in Kontakt mit der Bevölkerung komme. Ich möchte ja Ansprechpartner für alle Anliegen sein.

Was gehört sonst noch zu Ihrem Berufsalltag?

SALZGEBER Es zählt zu unseren Aufgaben, gegebenenfalls Kettenplichten oder Straßensperren anzuordnen und die Bevölkerung darüber zeitgerecht zu informieren. Auch die Entgegennahme von Fundgegenständen gehört zu meinem Aufgabengebiet. Zwischendurch führen wir selbstverständlich auch Verkehrskontrollen durch.

Was in den vergangenen Monaten dazugekommen ist, ist die Überwachung der verordneten Covid-Maßnahmen. Wir sind sicher keine Kontrollfreaks, achten aber darauf, dass geltende Gesetze eingehalten werden.

Wie sieht es mit den Straftaten in Lech aus?

SALZGEBER Aktuell ist keine Tendenz zu vermehrten Gewalttaten in Lech erkennbar. Das hängt wohl auch mit der verfrühten Sperrstunde zusammen. In der vorhergehenden Wintersaisonen kam es immer wieder zu Schlägereien zwischen alkoholisierten Lokalbesuchern. Gelegentlich kommen auch Einbruch-Diebstähle vor. Der Drogenmissbrauch spielt keine sonderlich große Rolle, das hält sich in Grenzen.

Alles in allem geht es in Lech sehr ruhig zu. Und falls doch Hilfe benötigt wird: Wir sind jederzeit zur Stelle. BI

Zur Person

Adrian Salzgeber

Geboren 23. April 1995

Wohnort Lech/Stubenbach

Beruf Polizist

Hobbys Skifahren, Wandern, Biken, Feuerwehr