Breite Mangold-Facetten in Europas schmalstem Haus

Vorarlberg / 21.02.2022 • 16:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Hinter der Fassade des schmalsten Hauses eröffnet sich eine verblüffende Galerienlandschaft.</p><p class="caption"/>

Hinter der Fassade des schmalsten Hauses eröffnet sich eine verblüffende Galerienlandschaft.

In der außergewöhnlichen Galerie 9und20 zeigt der Hörbranzer Maler seine neuesten Werke.

Hörbranz, Bregenz Die Pandemie hat zwei Jahre lang verhindert, dass der Hörbranzer Maler und Musiker (Mangold 3) Gerhard Mangold seine Bilder auch zeigen kann. Umso intensiver hat er sich darauf vorbereitet, endlich wieder ausstellen zu können: Am Donnerstag, 24. Februar, 18 Uhr, lädt er nun in die Galerie 9und20, Kirchstraße 29, in Bregenz ein.

Außergewöhnliche Lokation

Bis zum 16. April ist die Ausstellung jeweils am Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr und am Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr geöffnet – in einer außergewöhnlichen Lokation, die ihn ins Schwärmen bringt: „Galerien sind meist recht nüchtern und spartanisch – hier in der Bregenzer Kirchstraße eröffnet sich eine wahre Galerienlandschaft. Wer es nicht kennt, würde nie und nimmer ein solches Ambiente hinter einer Kuriosität vermuten: Es fehlt in keinem Reiseführer und wird von Urlaubsgästen tausendfach fotografiert: das mit 57 cm Breite schmalste Wohnhaus Europas. Doch wie gesagt, dahinter öffnet sich eine stimmungsvolle Galerie – auf zwei Etagen, unterschiedlich ausgestattet: von der gewöhnlichen weißen Wand bis zur roh belassenen Wand aus roten Ziegelsteinen.

Wie die Bilder

Facettenreich eben – so wie die Bilder, die Gerhard Mangold nicht von ungefähr unter das Motto Facetten stellt. Seit 1985 widmet er sich intensiv der Malerei, hat jährlich die Sommerakademie in Bruneck besucht und ab 1989 regelmäßig Ausstellungen organisiert und selbst Kurse angeboten. Das Aquarell hat es ihm dabei besonders angetan – und seine zweite Leidenschaft galt stets dem Zeichnen. Beiden Elementen wird deshalb breiter Raum gewidmet, denn „Zeichnen ist für mich das Fundament der Malerei“, wie er betont. Mit dicken Zeichenblöcken ergänzt er deshalb auch in dieser Ausstellung seine Malerei.

Stillleben neu erfunden

Motive aus seiner näheren Umgebung haben es ihm besonders angetan – in der Zeit der Pandemie hatte er darüber hinaus das Glück, dass er ein Stipendium des Landes zu einem Studienaufenthalt in Palliano bei Rom nützen durfte. Arbeiten aus dieser Zeit bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Ein zweiter ist dem Stillleben gewidmet. Ein Stillleben, das er neu interpretiert, denn statt Früchteschalen oder „Fasan und Hase“ bilden Ansichten von Werkstätten Grundlagen für seine Bilder, die er in der Einladung zur Vernissage treffend beschreibt: „Aus den zahlreichen Facetten von Erlebtem entstehen Bildideen, die als in Farbe gegossene Gedanken in die Welt entlassen werden.“

Freude am Malen weitergeben

Auch in der schwierigen Zeit der Pandemie hat er nicht darauf vergessen, seine Freude am Malen weiterzugeben: Er führte einen Online Zeichen- und Aquarellkurs mit Daniela Lang durch. Eine interessante Alternative, um aus der Not eine Tugend zu machen, aber „ich kann es kaum mehr erwarten, dass meine Kurse wieder in gewohnter Weise möglich werden.“ STP

<p class="caption">Alte Werkstätten liefern Gerhard Mangold die Vorlagen für seine Stillleben. <span class="copyright">stp/3</span></p><p class="caption"/>

Alte Werkstätten liefern Gerhard Mangold die Vorlagen für seine Stillleben. stp/3

<p class="caption">Die „Römerwand“ bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung.</p><p class="caption"/>

Die „Römerwand“ bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung.