Für Tittler ist S18 alternativlos

Vorarlberg / 21.02.2022 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Monate wurden im Ried unter anderem Bodenerkundungen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen ins Vorprojekt reinfließen. VN/Steurer
Viele Monate wurden im Ried unter anderem Bodenerkundungen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen ins Vorprojekt reinfließen. VN/Steurer

Einzige Antwort auf Verkehrszunahme. Straßengegner schäumen.

Bregenz, Lustenau Die Verkehrsmessungen ergeben ein klares Bild: Die stark befahrenen Straßen im Rheintal wurden in den vergangenen zehn Jahren noch mehr frequentiert. Beispiele:

Zwischen Dornbirn Süd und Hohenems wurde zwischen 2010 und 2019 eine durchschnittliche Zunahme von zwei Prozent jährlich verzeichnet – von 50.000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden auf rund 60.000 Kraftfahrzeuge/24 h.

Im Pfändertunnel fiel die Steigerung noch deutlicher aus: von 28.500 Kfz/24h auf 39.400 Kfz/24h.

Auf der L204 zwischen Dornbirn und Lustenau betrug die jährliche Zunahme zwischen 2010 und 2019 1,2 Prozent, in absoluten Zahlen von 23.200 Kfz/24 h auf 26.000.

Für Verkehrslandesrat Marco Tittler (45, ÖVP) ergibt sich aus diesen Zahlen eine klare Schlussfolgerung: „Das Verkehrsaufkommen ist bereits seit einigen Jahren deutlich höher als für das Jahr 2025 prognostiziert. Der Bau der Entlastungsstraße ist dringend notwendig. Es ist uns bewusst, dass die Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner der L204 in Lustenau durch die Auswirkungen des Verkehrs sehr groß ist“, betont Tittler.

Vorprojekt noch Ende 2022?

Der Verkehrslandesrat fühlt sich in seiner Forderung durch den 2021 durchgeführten Evaluierungsbericht des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie bestätigt. Darin wird die höchste Netzwirkung der S18 bestätigt, da diese die fehlende Verbindung zwischen Deutschland und der Schweiz herstellt und gleichzeitig eine lokale Verkehrsentlastung von Lustenau bewirkt. „Die Arbeiten am Vorprojekt zur S18 verlaufen planmäßig“, teilt Tittler mit. Unter Federführung der Asfinag werde gemeinsam mit dem Land und den Standortgemeinden derzeit das Vorprojekt erarbeitet. Dieses soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden.

Straßengegner kontern

Hart ins Gericht mit Tittler gehen die Gegner des Projekts. Aktivist Eugen Schneider: „Tittlers Aussagen grenzen an bewusste Argumentation mit Halbwahrheiten. Es werden die aktuellen Entwicklungne ignoriert und veraltete Daten als neu verkauft“. Schneider wirft dem Landesrat vor, wichtige Punkte des Evaluierungsberichts unerwähnt gelassen zu haben. „Es finden sich dort auch die unterdurchschnittliche Bewertung durch zu hohen Flächenverbrauch, ebenso die negative Klimawirkung aufgrund des hohen Tunnel- und Kunstbautenanteils sowie die schlechte Wirtschaftlichkeit wegen zu hoher Investitionskosten. Besonders kritisch bewertet sind die Beeinflussung der Biodiversität sowie die Folgen für den Wasserhaushalt“, argumentiert der S18-Gegner. VN-HK

„Die Belastung der Anrainer ist groß. Der Bau der Entlastungsstraße ist dringend notwendig.“