Impfung als Voraussetzung

Vorarlberg / 22.02.2022 • 22:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie es mit der generellen Impfpflicht weitergeht, ist derzeit offen. In manchen Berufen gibt es sie schon - für Neueinsteiger. APA/DPA
Wie es mit der generellen Impfpflicht weitergeht, ist derzeit offen. In manchen Berufen gibt es sie schon – für Neueinsteiger. APA/DPA

In bestimmten Berufen ist für Neueinsteiger bereits eine Impfpflicht vorgeschrieben.

SCHWARZACH Eigentlich gilt in Österreich eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Ob sie ab Mitte März tatsächlich kontrolliert wird, ist noch nicht geklärt. Nicht um eine Impfung umhin kommen Berufsanfängerinnen und -anfänger in bestimmten Berufen wie der Polizei oder in den Spitälern. Sind sie nicht immunisiert, bekommen sie die Stelle nicht. Das Land empfiehlt seit Sommer grundsätzlich eine Impfpflicht bei Neuanstellungen im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich. Die Vorgangsweise ist aber unterschiedlich.

Aktuelle Unsicherheiten

„Generell wird das den einzelnen Trägern selbst überlassen“, sagt Ursula Fischer-Gruber, Obfrau des Landesverbands der Heim- und Pflegeleitungen Vorarlbergs auf VN-Anfrage. Immerhin handle es sich um eine Empfehlung, nicht um eine Muss-Bestimmung – zumal auch um die allgemeine Impfpflicht derzeit Unsicherheiten herrschten. Ob sich der ohnehin schon bestehende Personalmangel im Fall einer vorgeschriebenen Impfung in den Pflegeeinrichtungen verschärfen würde, kann Fischer-Gruber nicht abschätzen. Viele Personen, die neu angestellt würden, seien ohnehin geimpft. Das gelte auch für jene, die sich in Ausbildung befinden. Natürlich sei die Befürchtung da, dass eine Impfpflicht für Berufsanfänger die Personalsituation belasten könnte. „Die Bewerbungen sind sowieso schon rar, wie in vielen anderen Bereichen auch.“ In den Vorarlberger Spitälern ist die Impfpflicht bei Neueinstellungen wiederum seit Herbst Realität. „In bestehende Verträge kann aber nicht eingegriffen werden“, stellt Andrea Marosi-Kuster, Sprecherin der Landeskrankenhäuser, klar. Die Frage, ob die vorgeschriebene Impfung die Personalsuche erschwert, verneint sie. „Bislang gibt es keine merkbaren Auswirkungen auf den Personalstand.“ Auch die Polizei verlangt von allen Bewerberinnen und Bewerbern den Nachweis einer vollständigen Impfung. Wie sich das in der Praxis in Vorarlberg auswirkt, ist nicht ganz klar, erklärt Polizeisprecher Rainer Fitz. „Wir haben deutlich zu wenig Interessenten. Aber ob das mit der Impfpflicht zusammenhängt, wissen wir nicht. Das wird schließlich nicht erfragt.“

Die Caritas geht unterschiedlich vor. Vielfach seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vulnerablen Bereichen tätig, erläutert Personalleiterin Monika Kawaus. Sie nennt zum Beispiel die Arbeit im Hospiz am See oder mit Menschen mit Beeinträchtigung. Der Schutz der Klientinnen und Klienten sowie des Personals sei zentral. „Darum thematisieren wir seit April 2021 das Thema Covid-Impfungen bereits im Vorstellungsgespräch.“ In den besonders empfindlichen Einrichtungen werde ein Impfschutz bei der Anstellung verlangt. In anderen, Bereichen appelliere die Caritas zumindest an das Personal, sich impfen zu lassen. „Unsere Erfahrung ist, dass die meisten Bewerberinnen und Bewerber, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das gut nachvollziehen können“, sagt Kawaus.

Warten auf Empfehlung

In den Spitälern sind 85 Prozent der Mitarbeitenden geimpft, in den Pflegeheimen über 70 Prozent. Die Caritas beziffert die Quote in den sensiblen Bereichen mit über 90 Prozent. Auf einen ähnlichen Wert kommt die Polizei.

Wie es mit der generellen Impfpflicht weitergeht, bleibt unterdessen offen. Zuletzt konstituierte sich eine Expertenkommission, die Empfehlungen abgeben wird. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein will diese politisch bewerten und eine Entscheidung vornehmen. Dem Impfpflichtgesetz zufolge soll ab 15. März eigentlich Phase zwei der Impfpflicht starten. Dann kann die Polizei bei Kontrollen auch Impfnachweise überprüfen und Verstöße anzeigen. In Phase drei gäbe es dann einen Datenabgleich, um festzustellen, wer der Pflicht noch nicht nachgekommen ist. VN-RAM

„Generell werden die Entscheidungen den einzelnen Trägern selbst überlassen.“

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