Warum die Lehrer das Maskentragen so satt haben

Vorarlberg / 23.02.2022 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum die Lehrer das Maskentragen so satt haben
Unterrichten mit Maske, lernen mit Maske. Damit soll ab 5. März vorläufig Schluss sein. Die Schüler sind jetzt schon befreit. VN/Paulitsch

Ab 5. März dürfen die Pädagogen ohne Mund-Nasenschutz unterrichten. “Sehr spät erst”, sagt die Lehrervertretung.

Bregenz Josef Heinzle (60) ist Gewerkschaftsvertreter der Pädagogen von den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Als solcher musste er sich in letzter Zeit viele Klagen anhören. “Es drehte sich um die Maskenpflicht. Die Kolleginnen und Kollegen haben nicht verstanden, warum die Schüler auf ihren Plätzen den Mund-Nasenschutz abnehmen durften und wir Lehrer nicht.”

Das habe neben den Unannehmlichkeiten vor allem die Vermutung nahegelegt, dass vor allem die unterrichtenden Pädagogen die Virusträger und -verbreiter sind.

Kopfweh und Schwitzen

Natürlich nimmt auch der Gewerkschafter mit Genugtuung zur Kenntnis, dass die Maskenpflicht für unterrichtende Lehrer ab dem fünften März fällt. Allerdings mischt sich in diese Genugtuung auch Kritik. “Warum müssen wir so lange warten? Warum gilt diese Befreiung nicht ab sofort?”

“Die Maskenbefreiung für Lehrer ab 5. März ist zu begrüßen. Nur frage ich mich: Warum geht das nicht gleich?

Josef Heinzle, Lehrergewerkschafter

Heinzle schildert die Einschränkungen des Unterrichtens mit Maske: “Das ist sehr beschwerlich. Als Lehrer musst du in der Regel ja viel mehr reden als die Schüler. Nach mehreren Stunden Unterricht, können die Folgen beträchtlich sein. Kollegen haben mir berichtet, dass sie Kopfschmerzen bekommen haben und ins Schwitzen gekommen sind. Das Abnehmen der Maske wirkt dann wie eine Befreiung.”

Flexible Handhabung

Laut Heinzle hat das Maskentragen einen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts. “Du kannst ja nicht so viel sprechen wie ohne Maske. Also lässt du die Schüler viel mehr Aufgaben selber machen, als Lehrstoff vor der Klasse vorzutragen.”

Energisch hätte die Lehrervertretung bei Minister Polaschek die Maskenbefreiung eingefordert. “Nun waren wir damit endlich erfolgreich, auch wenn wir noch bis zum 5. März warten müssen.”

Freilich können Lehrer und Schüler, die das wollen, auch weiterhin einen Mund-Nasenschutz tragen. “Diese Möglichkeit besteht selbstverständlich. Niemand, der sich unsicher fühlt, wird gezwungen, die Maske abzunehmen. Auch kann man das Maskentragen ja flexibel handhaben”, sagt dazu die Kommunikationsleiterin der Bildungsdirektion Vorarlberg, Elisabeth Mettauer-Stubler.

Ein Experiment

Als “Experiment, das man aufgrund der derzeit stabilen Lage durchführen kann”, bezeichnet Armin Fidler, Gesundheitsberater der Vorarlberger Landesregierung, die Maskenbefreiung für Schüler und Lehrer im Unterricht. Doch gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht. “Wir verfügen momentan über keine evidenzbasierten Daten, wie das ausgehen kann. Es muss klar sein, dass man diese Erleichterungen wieder rückgängig macht, sollte sich die Infektionslage verschlimmern.” Fidler versteht die Beschwernisse, die beim Unterrichten mit Masken auch für die Lehrer verbunden sind. Andererseits ist für den Experten klar: “Masken schützen.”

Man kann das Experiment aufgrund der stabilen Lage durchführen. Mit der Option, es jederzeit zu stoppen.”

Armin Fidler, Gesundheitsexperte