“Weit davon entfernt, ohne russisches Gas zurechtzukommen”

Vorarlberg / 23.02.2022 • 19:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Thema war der Ukraine-Konflikt und Europas Reaktion. AFP
Thema war der Ukraine-Konflikt und Europas Reaktion. AFP

Europas Abhängigkeit ist viel zu hoch, kritisiert Neos-Mandatarin Gamon.

schwarzach Als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt reagiert die Europäische Union mit neuen Strafmaßnahmen gegen Russland. Alles in allem habe es große Einigkeit gegeben, sagt die EU-Parlamentarierin Claudia Gamon in der Mittwochsausgabe von Vorarlberg LIVE. Für sie sei die Diskussion der letzten Tage eine positive Überraschung gewesen. Sie stellt klar: „Es gibt keine Gratissanktionen.“ Europa müsse unabhängiger von russischem Gas werden.

Die Neos-Politikerin appelliert für deutliche Strafmaßnahmen. Zwar sei Europa stärker mit Russland verbunden als die Vereinigten Staaten. Aber deswegen seien die Maßnahmen auch umso zielsicherer. Außerdem: Russland nicht zu sanktionieren, zöge auch hohe Kosten nach sich. Moskau trete klar als Aggressor auf und riskiere, dass es so nahe an der Europäischen Union einen Krieg gebe, der mit viel Leid und hohen Kosten verbunden sei.

Schon als es zur Annexion der Krim kam, hätte die EU einen Ausstieg aus Gas erklären müssen, glaubt Gamon. Die Gefahr der Abhängigkeit von Russland sei viel zu hoch, wie sich nun wieder zeige. „Leider sind wir meilenweit davon entfernt, ohne russisches Gas zurechtzukommen.“ Kurzfristig lasse sich zwar stärker auf Flüssiggas ausweichen.  Letztlich sei das aber an sich keine Lösung. Umso wichtiger sei es nun, Geld und Energie in die Energiewende zu stecken, vor allem was das Thema Heizen betreffe. „Es ist eine enorme Abhängigkeit und schränkt uns so ein als EU – auch in der Art und Weise, wie wir zu unseren Werten stehen können. Das ist eigentlich untragbar.“

Die Neos-Europaparlamentarierin stand Moderatorin Birgit Entner-Gerhold Rede und Antwort.
Die Neos-Europaparlamentarierin stand Moderatorin Birgit Entner-Gerhold Rede und Antwort.