Ein bisschen Spaß muss schließlich sein

Vorarlberg / 24.02.2022 • 18:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Bludenz war der Bürgermeister als Bratendieb unterwegs. Stadt
In Bludenz war der Bürgermeister als Bratendieb unterwegs. Stadt

Kein Fasching wie gewohnt, aber ein geklauter Braten ist am „Gumpiga Donnerstag“ Pflicht.

Wolfurt, Bludenz Ure Ure und Jöri Jöri! Am “Gumpiga Donnerstag” bricht in Vorarlberg traditionell der Hochfasching aus. Für eingefleischte Narren gibt es spätestens dann kein Halten mehr. Corona fungierte zwar auch heuer als Spaßbremse. Umzüge, Bälle und Partys mussten deswegen abgesagt werden. Ein bisschen Fasching ist aber trotzdem möglich.

Der Brauch des Bratenklauens wird in Wolfurt schon seit vielen Jahrzehnten gepflegt. Damit er während Corona nicht in Vergessenheit gerät, haben die Läbbe bereits im Vorjahr aus der Not heraus ein neues Format geboren und vor dem Musikhaus Hinteregger einen Drive-in installiert, an dem Braten, Hafoloab und saure Rüben abgeholt werden konnte. Heuer wurde aufgrund des Erfolgs noch einmal aufgestockt. „Letztes Jahr hatten wir 40 Kilo Fleisch, diesmal sind es 70 Kilo. Um lange Schlangen zu vermeiden, schauen wir auch, dass wir etwas vorarbeiten und schneller sind“, berichtet Läbbe-Obmann Emanuel König. Insgesamt standen 350 Portionen zur Abholung bereit. Drei Damen konnten das Geschehen erste Reihe fußfrei verfolgen. Für Rosmarie, Bertele und Brunhilde, die für die Läbbe viele Jahre lang Hafoloab am “Gumpiga Donnerstag” zubereiteten, wurde direkt am Drive-in eine rote Couch aufgestellt, Getränkeservice inklusive.

Das närrische Programm geht auch in den nächsten Tagen weiter. Heute, Freitag steht ein Marktbesuch an. “Am Samstag ziehen wir mit Leiterwagen und Musik durch Wolfurt und verteilen Schnäpsle und Krömle. Am Montag und Dienstag sind wir in den Schulen und Kindergärten”, ergänzt der Läbbe-Chef. 

Braten aus dem Gasthaus

In Bludenz wurde der traditionelle Bratenklau heuer im kleinen Rahmen gefeiert. Kulturstadtrat Cenk Dogan lenkte den Inhaber des Gasthaus Riedmiller mit seinem Saxophonspiel ab. Bürgermeister Simon Tschann schlug währenddessen in die Küche zu.

Auch in anderen Städten und Gemeinden muss der Fasching in der Saison 2021/22 nicht komplett ausfallen. In Bregenz zieht am Sonntag beispielsweise der Fanfarenzug durch die Stadt und verteilt Süßigkeiten an die Kinder.

Vor dem ehemaligen Musikhaus Hinteregger gab es Braten vom Drive-in.  VN/Steurer
Vor dem ehemaligen Musikhaus Hinteregger gab es Braten vom Drive-in.  VN/Steurer
Ein Prosit auf den Fasching: Die Wolfurter Originale Rosmarie, Bertele und Brunhilde mit Läbbe Tobi.
Ein Prosit auf den Fasching: Die Wolfurter Originale Rosmarie, Bertele und Brunhilde mit Läbbe Tobi.