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Vorarlberg / 24.02.2022 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizisten führen in der russischen Hauptstadt Moskau einen Demonstranten ab. AFP
Polizisten führen in der russischen Hauptstadt Moskau einen Demonstranten ab. AFP

„Ernsthaft wahnsinnig“

london Nach Ansicht des renommierten britischen Historiker Timothy Garton Ash ist das Verhalten des russischen Präsidenten Wladimir Putin als wahnsinnig einzustufen. Putin habe bereits vor mehr als 25 Jahren über verloren gegangenes russisches Territorium gesprochen, sagte Garton Ash dem Sender Times Radio am Donnerstag. In dieser Woche habe der russische Staatschef aber erstmals den Eindruck gemacht, „ernsthaft wahnsinnig“ geworden zu sein.

 

Ex-Kanzler legt Posten bei russischer Bahn nieder

wien Ex-Bundeskanzler Christian Kern verlässt wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine den Aufsichtsrat der russischen Staatsbahn RZD. Das sagte er dem „Standard“. Er habe die RZD von seinem sofortigen Rückzug aus dem Direktorium informiert, denn die RZD sei Teil der Kriegslogistik geworden. Kern, der zeitweise auch SPÖ-Chef war, betonte laut Zeitung, der Aufsichtsratsaufgabe aus inhaltlichem Interesse nachgekommen zu sein. Kern war vor seiner Zeit als Kanzler ÖBB-Chef. Angesichts der aktuellen Ereignisse sei diese Entscheidung alternativlos. „Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser sinnlosen Aggression.“

 

China vermeidet Kritik an Russland

peking Nach den russischen Militäraktionen in der Ukraine hat China direkte Kritik an Moskau vermieden und stattdessen die USA und andere westliche Staaten für ihre Waffenlieferungen angegriffen. „Die Ukraine-Frage ist in ihrem historischen Hintergrund komplex“, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying bei einem täglichen Pressebriefing am Donnerstag: „Was wir heute sehen, ist das Zusammenspiel komplexer Faktoren.“ Den USA und anderen westlichen Staaten warf Hua Chunying vor, durch Waffenlieferungen den Konflikt angeheizt zu haben.

 

Festnahmen bei Protesten

moskau Bei Protesten gegen den Einmarsch in die Ukraine sind in Russland nach Angaben von Aktivisten fast 1400 Menschen festgenommen worden. Die Menschenrechtsorganisation OVD-Info registrierte demnach bis Donnerstagabend mindestens 1391 Festnahmen in 51 russischen Städten, davon mehr als 700 in Moskau und mehr als 340 in St. Petersburg. Die russischen Behörden hatten Proteste untersagt und Teilnehmern mit harten Strafen gedroht. In den Onlinenetzwerken wurde dennoch zu Demonstrationen aufgerufen.