1,8 Kilo Heroin mit E-Scooter geschmuggelt

Vorarlberg / 25.02.2022 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Option “Therapie statt Strafe“ kam für den Angeklagten nicht in Frage. eckert
Die Option “Therapie statt Strafe“ kam für den Angeklagten nicht in Frage. eckert

Wöchentliche Fahrten nach Herisau bescherten 36-jährigem Unterländer sechs Jahre Haft.

Feldkirch Der Arbeitslose kommt seit Jahren nicht von seiner Sucht los. Immer wieder greift er zu diversen Substanzen. Zuletzt zu Kokain und Heroin. Dies bedingt wiederum Beschaffungskriminalität und den Zwang, zu dealen. Von Jänner bis November 2021 fuhr der Arbeitslose einmal wöchentlich mit seinem E-Scooter nach Herisau und besorgte sich dort Heroin. In Summe 1,8 Kilo. 900 Gramm davon verkaufte er, ebenso 25 Gramm Kokain.

Totschläger unter dem Sitz

Zusätzlich wird dem Drogenabhängigen der Besitz einer verbotenen Waffe angelastet. Der 39-Jährige gibt zu, den Totschläger, den er einst geschenkt bekam, stets unter dem Sitz seines Mopedautos mitgeführt zu haben. Bezahlt hat das 11.000 Euro teure Gefährt die Mutter des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragt die Konfiskation.

Das heißt, das Vehikel ist beschlagnahmt. Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch versucht Verteidiger Martin Kloser noch, das teure Gefährt für die Mutter zurückzubehalten. Doch der Angeklagte gibt zu, dass er der Käufer war. Und er war es auch, der damit unterwegs war, als die Fahnder ihn gezielt am fünften November vergangenen Jahres stoppten. Sie fanden knapp 40 Gramm Heroin in der Tasche des Lenkers, zudem den besagten Totschläger. Seitdem sitzt der 39-Jährige in U-Haft.

Therapie ausgeschlossen

„Mein Mandant war ein Getriebener seiner Sucht“, stellt Kloser den Antrag auf Therapie statt Strafe. Doch der Anwalt weiß genau, dass dies bei dieser Menge so gut wie aussichtslos ist. Mehr noch, das Gesetz verbietet es sogar. „Das reumütige Geständnis ist der wichtigste Milderungsgrund“, räumt Staatsanwalt Markus Fußenegger ein. Der Angeklagte ersparte den Behörden somit einiges an Arbeit. Aufgeflogen war der Suchtmitteldealer über andere Konsumenten. Irgendjemand plaudert immer, so überwachte man ihn und nahm ihn schließlich nach einiger Zeit der Beobachtung fest.

„Ein Geschenk“

Der Schöffensenat verurteilt den Dealer zu sechs weiteren Jahren Gefängnis. Zurzeit sitzt der Mann eine 16-monatige Haftstrafe aus einer früheren Verurteilung ab. „Das ist ein Geschenk, Ihr Verteidiger hat sie gut beraten. Wären Sie in Berufung gegangen, hätten sie von der zweiten Instanz unter Umständen zwei Jahre mehr bekommen“, so der Staatsanwalt. Der Verfall von 67.000 Euro, das ist die Summe, die der Mann mit seinen Verkäufen erzielte, wird eine Forderung auf dem Papier bleiben.