Wo Worte nicht mehr reichen

Vorarlberg / 27.02.2022 • 17:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Christoph Thoma, Angelika Domenig und Harald Witwer.<span class="copyright">SCO</span>
Christoph Thoma, Angelika Domenig und Harald Witwer.SCO

Angelika Domenig zeigt in ihrem Geburtsort Kunstwerke zur Historie Douglass und Falkenhorst.

THÜRINGEN „Diese Schau der gebürtigen Thüringerin Angelika Domenig ist faszinierend“, schwärmte der Landtagsabgeordnete Christoph Thoma bei der Vernissage „Kunstwerke zur Historie Douglass und Falkenhorst“. Domenig ist freischaffende Künstlerin, Designerin, Dozentin und Geschäftsführerin der AQUARYLIC GmbH in Nüziders. Mit dem Alpinraum im Vorarlberger Süden und der Geschichte der Douglass-Dynastie setzt sie sich intensiv auseinander.

„Ihre Stilrichtung versucht zwei gegenüberstehende Elemente zu verbinden – einerseits die abstrakte Kunst und die abstrakte Malweise, bei der eigentlich nichts Reales und Gegenständliches mehr erkennbar ist, und andererseits der Realismus, die mehr oder weniger genaue Darstellung der Wirklichkeit. Zwischen diesen beiden Gegenspielern gibt es eine riesige bunte und breit gefächerte Welt mit einer Unzahl an Abstufungen.“ Mit diesen Informationen weckte der Verein Villa Falkenhorst bereits im Vorfeld der Ausstellungseröffnung die Neugier der kunst- und geschichtsinteressierten Öffentlichkeit.

„Als mich meine Schwester Angelika bereits vor zwei Jahren fragte, ob ich anlässlich ihrer Kunstausstellung in der Villa Falkenhorst die Eröffnungsrede halten wolle, sagte ich sofort mit Begeisterung zu“, erinnerte sich ihr Bruder Helmut Domenig. „Thürig“ ist sein Geburtsort wie auch der seiner drei Schwestern. Dort haben sie ihre ersten Lebensjahre verbracht.

Mit der Blumenegg-Gemeinde verbinden sie ganz besondere Kindheitserinnerungen. „Thüringen ist auch unmittelbar mit der Douglass-Dynastie verbunden. 1837 gründete der aus altem schottischen Adel stammende John Douglass eine Textilfabrik in unmittelbarer Nähe von hier“, blickte Helmut Domenig in der Chronik der Gemeinde 185 Jahre zurück. Nicht weit von der Fabrik entfernt wurde die stattliche Villa erbaut.

Vielbeachtete Forschungen

Ein Jahr später erblickte John Douglass´ Sohn, John Sholto Douglass, auf Falkenhorst das Licht der Welt. Einen überregionalen Ruf erlangte er vor allem als Pionier im Alpinismus und als Heimatforscher. Im Alter von erst 25 Jahren übernahm John Sholto die Leitung der Textilfabrik von seinem Vater. In seiner Freizeit folgte er dem Ruf der Berge. Berichte zeugen genauso davon wie Pflanzen- und Gesteinsfunde. „Seine Forschungen zur frühen Geschichte Vorarlbergs in den Bereichen Geologie und Archäologie finden noch heute Beachtung in der Wissenschaft“, ließ Domenig in seiner Rede aufhorchen. Gemeinsam mit seiner Frau Vanda von Poellnitz hatte der Industrielle vier Kinder. Er und sein Schwiegervater leisteten bei der Gründung des Landesmuseumsvereines und der Entstehung der protestantischen Gemeinde im Ländle vollen Einsatz. Unglücklicherweise nahm John Sholtos Leben 1874 ein tragisches Ende. Knapp 36-jährig verunglückte er auf der Gamsjagd im Klostertal tödlich.

Die Trauer in der Bevölkerung war tief und besonders groß dann auch der Trauerzug von der Villa Falkenhorst zum protestantischen Friedhof in Feldkirch. Zwei Jahre vor seinem Tod hatte John Sholto die Schutzhütte Lünersee erbauen lassen; sie erhielt den Namen „Douglasshütte“.

Zeitlose Faszination

Die Mauern der Villa Falkenhorst hätten viel zu erzählen; bis 1904 stand sie im Eigentum der Familie Douglass. Zahlreiche familiäre und gesellschaftliche Ereignisse verliehen dem Ort einen festlichen Glanz. Viele Jahrzehnte später, genau 1997, erwarb die Gemeinde Thüringen die Villa, unterzog sie einer Generalsanierung und stellte sie unter Denkmalschutz. Heute gilt sie als beliebter Veranstaltungs- und Ausstellungsort. „Malerei bzw. Kunst – heißt es – beginne dort, wo Worte nicht mehr reichen. Gerade die gemalte Bildersprache vermag uns zeitlos zu faszinieren, besonders wenn sie das geistige Auge unserer Fantasie beflügelt“, betonte Helmut Domenig. Trotz Zwischenrufen sei seine Schwester Angelika ihren künstlerischen und beruflichen Weg gegangen.

„Ich möchte dir, liebe Geli, einfach in aller Öffentlichkeit sagen, wie stolz wir auf dich sind“, sagte Helmut Domenig mit leuchtenden Augen. Die Vernissage bildete zugleich den Auftakt zum „Frühling auf Falkenhorst“.

Die Geschäftsführerin der Villa, Verena Burtscher, freute sich, zahlreiche Persönlichkeiten zu dem Anlass zu begrüßen. Unter ihnen befanden sich der Obmann der Villa Falkenhorst Thomas Bitsche, Bürgermeister Harald Witwer, Vize-Bgm. Reinhold Schneider und Alt-Bgm. Helmut Gerster mit Marlene, Arno Sprenger (Sparkasse Bludenz) mit Maria, Martin Obexer (METRO) mit Bettina, Franz Abbrederis (Netz für Kinder) mit Irmgard, Airbrusher Zvonko Straus und Künstlerin Edith Mahner. SCO

Helmut Gerster mit Marlene.
Helmut Gerster mit Marlene.
Martin Obexer mit Bettina.
Martin Obexer mit Bettina.
Franz Abbrederis mit Irmgard.
Franz Abbrederis mit Irmgard.
Edith Mahner und Waltraud Poiger.
Edith Mahner und Waltraud Poiger.
Arno Sprenger mit Maria.
Arno Sprenger mit Maria.