Zwanzig Monate Haft für Kokainverkäufe

Vorarlberg / 27.02.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Gastronom musste sich vor Gericht verantworten. EC
Der Gastronom musste sich vor Gericht verantworten. EC

10.800 Euro werden für verfallen erklärt, nachdem Gastronom gute Geschäfte machte.

Feldkirch Das Vorstrafenregister des 66-Jährigen ist lang, die Strafkarte weist 20 Eintragungen auf. Doch einige der in Deutschland abgeurteilten Taten wären bei uns lediglich Verwaltungsstrafen, so zum Beispiel das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Doch es gibt auch „wirkliche Straftaten“ in der Vergangenheit des einst selbständigen Gastronomen, so zum Beispiel wegen gemeinschaftlichen Raubes oder anderer Vermögensdelikte. Das Meiste ist lange her. Zu den nun angeklagten Drogengeschäften, der Mann wurde übrigens noch nie nach dem Suchtmittelgesetz verurteilt, ist er geständig. „Im Großen und Ganzen werd des scho stimma“, gibt der Deutsche in breitem bayrischen Dialekt zu.

Erhebliche Mengen

Sichergestellt wurden knapp über 90 Gramm Kokain, verkauft rund 150 Gramm. Vier Abnehmer sind als Zeugen geladen, zwei davon sitzen in U-Haft. Doch die Käufer braucht man nicht mehr, da der Beschuldigte geständig ist. Gedealt wurde in Bregenz im Jahr 2020 und 2021. Der Beschuldigte selbst ist nach eigener Aussage ebenfalls kokainabhängig, in letzter Zeit steigerte er den Verbrauch sogar noch. Ein Gutachter soll untersuchen, ob der Mann wirklich drogenabhängig ist. Ist dies der Fall, soll ihm der Weg „Therapie statt Strafe“ laut Richter Christoph Stadler nicht verbaut sein. Bei einer Strafe, die unter drei Jahren Haft liegt, gibt es diese Option, vorausgesetzt der Drogensüchtige ist zu sämtlichen Maßnahmen bereit. Der 66-Jährige ist dies. 900 Euro und 250 Schweizer Franken wurden in der Wohnung des Dealers sichergestellt, diese wurden sofort beschlagnahmt.

10.800 Euro verfallen

Wie sich die Kokaingeschäfte rentierten, sieht man am Verfallsbetrag von 10.800 Euro. Doch nach dem Bruttoprinzip wird dabei der „Wareneinsatz“, also der Einkaufspreis des Stoffes nicht abgezogen. Bezahlen können die meisten den Verfallsbetrag ohnedies nicht. Auch der Ex-Gastronom ist knapp bei Kasse. 400.000 Euro aus einem Hausverkauf sind längst weg und auch sonst dürfte es bei ihm kaum etwas zu holen geben. Er hofft nun auf grünes Licht seitens der Staatsanwaltschaft, ein ok seitens des psychiatrischen Sachverständigen und einen freien Therapieplatz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC