Russen-Soldaten Oleg und Andrej flehen: “Hört mit dem Krieg auf!”

Vorarlberg / 28.02.2022 • 17:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Russen-Soldaten Oleg und Andrej flehen: "Hört mit dem Krieg auf!"
Für den jungen Oleg ist der Krieg vorbei. Er ist verletzt, aber am Leben. Und fordert ein Ende des Blutvergießens. Ukraine-TV

In Gewahrsam der Ukraine berichten die verletzten Jung-Rekruten über ihr Schicksal.

Kiew Es ist schwer möglich, die Authentizität der Bilder zu überprüfen. Es spricht jedoch einiges dafür, dass die in ukrainischen Kanälen aufgetauchten Videobotschaften der Wahrheit entsprechen, weil ähnliche Geschichten in großer Zahl auf ukrainischer Seite die Runden machen.

Auf den Videos, die den VN aus ukrainischen Quellen zugestellt wurden, sind zwei verletzte russische Soldaten zu sehen, die vor der Kamera über ihre Erlebnisse berichten: Andrej* und Oleg*. Andrej (im blauen adidas-Trainingsanzug) erzählt von seiner Gruppe, die beschossen wurde. Die meisten seiner Kameraden seien entweder gefallen oder geflüchtet. Andrej wirkt verwirrt, sichtlich gezeichnet von den Gräueln des Krieges. Er sei jetzt in ukrainischem Gewahrsam. An seine russischen Vorgesetzten richtet er nur einen Appell: „Stoppt den Krieg!“

Russen-Soldaten Oleg und Andrej flehen: "Hört mit dem Krieg auf!"
Andrej kann mit seinen Liebsten und seinen Kommandierenden in Kontakt treten. Er ist in Gewahrsam der Ukraine. Ukraine TV

Plötzlich nach Kiew

Oleg, der übel zugerichtete zweite Soldat in der schwarzen Jacke, erzählt, wie er ursprünglich zu einem Manöver in Weißrussland eingezogen wurde. Am 23. Februar sei er mit seiner Einheit dann überraschend nach Kiew gebracht worden, wo sie ihre russischen Kameraden im wirklichen Krieg unterstützen mussten. Er habe nach einer Explosion das Bewusstsein verloren und sei bei den Ukrainern aufgewacht. Die hätten ihn mit Tee und Snickers versorgt. Auch er richtet an seine Kommandierenden den Appell: „Beendet dieses Blutvergießen!“

Für Putin, so sind sich ukrainische Insider einig, könnten gefallene junge Soldaten zum allergrößten Problem werden. „Wenn Särge ankommen und Mütter den sinnlosen Tod ihrer Buben betrauern, dann lässt sich das nicht totschweigen. Und auch Proteste dagegen nicht einfach niederwalzen“, sagt eine in Vorarlberg lebende Ukrainerin.  

*Namen von der Redaktion geändert.