Mehrere Impfpass-Betrüger vor dem Bezirksgericht Bregenz

Vorarlberg / 01.03.2022 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehrere Impfpass-Betrüger vor dem Bezirksgericht Bregenz
Covid-Zertifikate: Grenznahe deutsche Apotheken zeigten bereits mehrere Fälle von versuchter Urkundenfälschung an. Symbol/apa

Am Mittwoch finden in Bregenz Verhandlungen wegen gefälschter Impfausweise statt.

Bregenz Im vergangenen Dezember teilte eine Mitarbeiterin einer Lindauer Apotheke der Kriminalpolizei mit, dass eine Vorarlbergerin einen gefälschten Impfpass vorgelegt hatte. Die Frau wollte mit diesem „Impfausweis“ ein digitales Impfzertifikat ausgestellt bekommen wurde noch vor der Apotheke von der Polizei festgenommen.

Kein Einzelfall

Es ist dies kein Einzelfall. Wie die Staatsanwaltschaft Feldkirch mitteilte, werden am Mittwoch am Bezirksgericht Bregenz mehrere Fälle gegen Angeklagte aus dem Unterland verhandelt, denen die Vergabe bzw. Erlangung gefälschter Impfausweise zur Vorlage bei diversen Apotheken vorgeworfen wird. Dies sollte den Beschuldigten zu einem echten QR-Code verhelfen. Ein Delikt, dass unter Urkundenfälschung fällt und mit Geldstrafen von zumindest 500 Euro bis zu Haftstrafen geahndet wird.

Gerichtssprecher Norbert Stütler bestätigte den VN die Vorladung mehrerer Beschuldiger zur Verhandlung. Dem Vernehmen nach handelt es sich zumindest um drei Angeklagte. Die Betrugsversuche sollen in grenznahen deutschen Apotheken stattgefunden haben.  

Impfbetrugstourismus

Auch das hat seinen Grund, denn an den bayerischen Außengrenzen boomt offenbar der Impfbetrugstourismus. Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in München bereits vor Wochen mit.

Oft würden in solchen Fällen vermeintliche Nachweise von deutschen Impfzentren oder Arztpraxen vorgelegt, berichtet das LKA. „Daher erscheint auch die Vorgehensweise erklärbar, dass grenznahe deutsche Apotheken aufgesucht werden“, erläutert ein Behördensprecher. Die Einträge darin stammten aber meist nicht nur aus der jeweiligen Region, sondern aus Impfzentren in ganz Deutschland.

Warum sich Impfbetrüger aus Österreich und der Schweiz deutsche Apotheken als Ziele aussuchen, konnte der LKA-Sprecher ebenso wenig beantworten wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten. Allerdings gebe es Hinweise auf einen Handel mit gefälschten Impfpässen aus Deutschland in die Nachbarländer. Bei Postsendungen und Kurierfahrten sei es schon „zu umfangreichen Sicherstellungen von gefälschten Impfnachweisen mit Eintragungen aus deutschen Impfzentren beziehungsweise Arztpraxen“ gekommen, so das Landeskriminalamt.

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