Was Daniel Zadra als Landesrat noch lernen muss

Vorarlberg / 06.03.2022 • 18:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Was Daniel Zadra als Landesrat noch lernen muss
Von der Abgeordnetenbank wird Daniel Zadra als Nachfolger von Johannes Rauch in wenigen Tagen auf die Regierungsbank wechseln. VN/Lerch

Der 37-jährige Lustenauer freut sich auf sein neues Amt, will aber trotzdem Familienmensch bleiben.

Lustenau Tag eins als “gefühlter” Landesrat. Daniel Zadra, 37, hat ihn nach der erwarteten Zustimmung seiner grünen Fraktion zur Übernahme des Umwelt- und Mobilitätsressorts als Privatmann verbracht. So gut das als Landesrat halt geht. “Ich fahre mit meiner Partnerin zu einem Benefizessen von Bregenzer Gastronomen zugunsten notleidender Ukrainer”, ließ er die VN am Sonntag um die Mittagszeit wissen.

Familie und Privates wird für ihn auch künftig wichtig sein. “Ich bin zu 100 Prozent Leistung bereit, aber ich will meine Frau und meine beiden kleinen Kinder trotzdem nicht vernachlässigen”, gibt Zadra einen ersten Einblick in seine künftige Lebensgestaltung. Nachsatz: “Es braucht nicht bei jedem Termin in meinem Bereich den Landesrat.”

Schnell entscheiden

Wie viel Johannes Rauch steckt in Daniel Zadra? “Wir haben einiges gemeinsam, zum Beispiel das akribische Einarbeiten in Themen. Im Gegensatz zum Johannes bin ich jedoch nicht jemand, der so schnell Entscheidungen trifft wie er. Ich habe bisher immer versucht, ausschließlich konsensorientiert zu agieren. Diesbezüglich werde ich in Zukunft dazulernen müssen. Denn als Landesrat kannst du wohl nicht alles im Konsens bewerkstelligen. Du musst oft schnell entscheiden.”

Vorschusslorbeeren

Dass ihn Landeshauptmann Markus Wallner (54) nach der Wahl bei den Grünen fast überschwänglich gelobt hat, freut Zadra. Einerseits: “Ich habe Wallner während der Regierungsverhandlungen, als wir zehn Tage intensiv zusammen waren, gut kennen- und schätzen gelernt. Es ist schön, wenn man solche Vorschusslorbeeren bekommt. Was uns eint, ist sicher das Bemühen, für Vorarlberg das Beste zu wollen.” Andererseits: “Ich weiß natürlich auch, dass wir zu bestimmten Dingen unterschiedliche Zugänge haben. Spontan fällt mir da das Thema Heli-Skiing am Arlberg ein, aber auch das Thema Mobilität. Ich halte der ÖVP diesbezüglich zugute, dass sie sich in den letzten Jahren sehr stark verändert hat.”

“Beim Thema Mobilität hat sich die ÖVP in den letzten Jahren doch stark verändert.”

Daniel Zadra, Landesrat in spe

Die Herausforderungen

Beim Thema S 18 will sich Zadra, der sich immer wieder als vehementer Gegner des Projekts geäußert hat, strikt an die geltenden Übereinkommen halten. “Es wird jetzt parallel geplant: die S 18 und Alternativen dazu. Offensichtlich gibt es für Zweiteres immer mehr Verständnis”, kann Zadra seine Präferenzen denn doch nicht ganz verheimlichen.

Beim Thema Klima will der neue Landesrat weniger reden, als vielmehr handeln. Die Problematik im Kontext von Schaffung von leistbarem Wohnraum, sieht er als riesige Herausforderung, der man nur gemeinsam begegnen könne.

Ob ihn das Amt des Landesrats verändern wird? “Ich bin eingebettet in ein gutes familiäres und privates Umfeld. Die werden schon alle dazu schauen, dass ich geerdet bleibe”, meint der künftige Regierungspolitiker schmunzelnd.