Autofahrer brauchen Nachhilfe

Vorarlberg / 03.04.2022 • 21:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wenn der Verkehr stockt, muss zwischen den Fahrstreifen Platz für Einsatzfahrzeuge geschaffen werden. VN/Steurer
Wenn der Verkehr stockt, muss zwischen den Fahrstreifen Platz für Einsatzfahrzeuge geschaffen werden. VN/Steurer

Zehn Jahre Rettungsgasse: Vorarlberger haben österreichweit die größten Wissenslücken.

Schwarzach „Bei Staubildung – Rettungsgasse“: Seit dem 1. Jänner 2012 ist die Rettungsgasse auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen Pflicht. Wie die Vorarlberger Autofahrer zehn Jahre nach der Einführung dazu stehen, zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag der Asfinag.

Bei der Frage nach dem persönlichen Verhalten bei Staubildung gaben 87 Prozent der Befragten in Vorarlberg an, dass die Rettungsgasse, die im Durchschnitt ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h gebildet wird, für sie mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. 72 Prozent sind der Meinung, dass die Bildung der Rettungsgasse beim letzten Mal gut funktioniert hat.

Das Wissen darüber ist laut IFES zwar gut, aber nach zehn Jahren immer noch oder wieder ausbaufähig. Immerhin dreizehn Prozent scheitern an der Frage, wie die Rettungsgasse auf einer zweispurigen Autobahn zu bilden ist. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) wusste nicht, was auf einer dreispurigen Autobahn zu tun ist. Das sei zugleich der höchste Wert in den Bundesländer-Auswertungen, berichtet die Asfinag. 

Auffrischen

Warum sich manche nicht an die in der Straßenverkehrsordnung verankerte Verpflichtung halten? Die Befragten vermuten als Ursachen eine Mischung aus Unsicherheit, Unwissenheit, Ignoranz und aggressivem Fahrverhalten. Vier Fünftel (81 Prozent) der Vorarlberger halten es folglich für wichtig, dass das Wissen rund um die Rettungsgasse aufgefrischt wird. „Die Ergebnisse unserer aktuellen Umfrage belegen die hohe Identifikation mit der Rettungsgasse zehn Jahre nach deren Einführung. Sie ist wie etwa das Angurten längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Das Wichtigste ist, dass die Einsatzorganisationen schneller am Unfallort sind, als dies bei der Benutzung des Pannenstreifens der Fall war. Es gibt aber nach wie vor Unsicherheiten, Unwissen und die sprichwörtlichen schwarzen Schafe“, sagt Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl.

Leben retten

Der Autobahnbetreiber möchte mit der aktuellen Kampagne „Deine Lebensrettungsgasse“ das Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln hinter dem Lenkrad schärfen und das Wissen erneut auffrischen. Unter anderem sind neue Plakate, Brückentransparente, Inserate und Radiospots geplant. Hufnagls Vorstandskollege Josef Fiala ergänzt: „Die Rettungsgasse hilft Feuerwehr, Rettung und Polizei dabei, schneller zu helfen und Leben zu retten. Solidarität mit Unfallopfern ist entscheidend, denn Unfallopfer können nicht warten.“

„Die Ergebnisse der  Umfrage belegen die hohe Identifikation mit der Rettungsgasse.“

Rettungsgasse in Zahlen

87 Prozent der Vorarlberger sind der Meinung, dass die Rettungsgasse auf jeden Fall beibehalten werden soll. Sie gaben ihr die Note sehr gut oder gut.

 

3 von vier Mitglieder der Einsatzorganisationen sagen, dass sie dank der Rettungsgasse schneller am Unfallort sind. Die Zeitersparnis geben sie mit rund zwei Minuten an.

 

81 Prozent halten es laut der Umfrage für wichtig, dass das Wissen rund um die Rettungsgasse aufgefrischt wird.

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