Post als Stimmenvernichter bei Ärztewahl

Vorarlberg / 03.04.2022 • 18:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Könnte bald Ärztekammerpräsident sein: Burkhard Walla.
Könnte bald Ärztekammerpräsident sein: Burkhard Walla.

Viele abgegebene Stimmen kamen auf dem Postweg offensichtlich nicht rechtzeitig an.

Dornbirn Zehn Prozent Wahlbeteiligung sind im Rahmen demokratischer Prozesse nicht unbedingt ein Ruhmesblatt. Genau das war bei der Wahl zur Vorarlberger Ärztekammer der Fall. Allerdings: Es hatten wohl viel mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Doch diese Stimmen erreichten nicht pünktlich den Adressaten. Die Wahlkarten mit den abgegebenen Voten hätten bis am Samstag in der Ärztekammer eintreffen sollen.

Viel Zustimmung

Burkhard Walla (56), aktuell Ärztekammer-Vizepräsident, vermutet Probleme beim Postweg als Ursache für die letztlich nur zehn Prozent gültigen Stimmen. „Die Wahlbeteiligung wäre wohl auch bei Miteinrechnung aller abgegebenen Stimmen nicht so hoch gewesen. Ich denke, dass die Zustimmung zur Ärztevertretung aber ohnehin gegeben ist“, glaubt Walla.

Die auch unter normalen Umständen vermutlich geringe Wahlbeteiligung erklärt sich Walla mit der Tatsache, dass nur eine Einheitsliste zur Wahl stand. „Wenn das bei einer Wahl so ist, dann wirkt das gewiss nicht unbedingt motivierend. Was sich letztlich dann in der Wahlbeteiligung niederschlägt.“

Laut Walla habe er in den Wochen vor der Wahl viele Statements an Zustimmung erhalten. „Wir haben schon das Gefühl, dass unsere Kolleginnen und Kollegen mit der Arbeit der Kammer zufrieden sind. So wurde das zumindest mir gegenüber immer wieder bekundet.“

Bei den letzten Urnengängen der Ärztekammer lag die Wahlbeteiligung stets zwischen 30 und 50 Prozent. „Schon damals stand nur eine gemeinsame Liste zur Auswahl“, führt Walla an.

Die Ärztekammer-Vollversammlung setzt sich aus insgesamt 21 Standesvertretern zusammen. Acht davon sind Niedergelassene Ärzte, 13 stehen in einem Anstellungsverhältnis. Walla selbst ist niedergelassener Internist und ordiniert in einer Praxisgemeinschaft in Dornbirn. Der bisherige Vizepräsident könnte schon bald der erste Präsident seiner Standesvertetung sein. „Ich werde mich am 25. April zur Wahl stellen“, kündigt der Dornbirner gegenüber den VN an.

Ein Duell mit dem bisherigen Amtsinhaber, Michael Jonas, wird es dabei nicht geben. Jonas steht nach seiner langjährigen Tätigkeit als Präsident für die neue Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung.

Burkhard Walla war in den vergangenen Jahren bei gesundheitspolitischen Fragen bereits sehr aktiv. VN-HK

„Wenn nur eine Liste zur Wahl steht, ist die Motivation zum Wählen nicht die größte.“

Die Post ist in die Kritik geraten. Wahlkarten der Ärzte wurden zu spät geliefert. APA
Die Post ist in die Kritik geraten. Wahlkarten der Ärzte wurden zu spät geliefert. APA

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