Ein Fahrradtunnel für Vorarlberg

Vorarlberg / 04.04.2022 • 21:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Rendering zeigt den künftigen Fahrradtunnel durch den Sattelberg. Land Vorarlberg
Das Rendering zeigt den künftigen Fahrradtunnel durch den Sattelberg. Land Vorarlberg

Länder, Gemeinden und Bund investieren in Radinfrastruktur.

Wien, Bregenz Will Österreich seine Klimaziele erreichen, müssen Öffis und Fahrräder so schnell und flächendeckend wie möglich Autos ablösen. Denn der CO2-Ausstoß des Verkehrs ist in Österreich im Verhältnis zur Bevölkerungszahl am zweithöchsten in der EU, 2019 waren es 2760 Kilogramm pro Kopf. Am Montag zeigten Bund, Länder und Gemeinden nun mit einem Abkommen für eine Radverkehrsinitiative ihren Willen, CO2-neutralen Personenverkehr zu fördern. Die Unterzeichnung fand im Rahmen des 13. österreichischen Radgipfels im Wiener Rathaus statt. Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) bekräftigte dabei das Ziel, den Anteil des Radverkehrs bis spätestens 2030 von sieben auf 13 Prozent zu erhöhen. Schon jetzt nutzen mehr als 2,7 Millionen Österreicherinnen und Österreicher täglich oder mehrmals pro Woche das Fahrrad.

Das Förderbudget wird laut Gewessler noch einmal um 50 Prozent aufgestockt: 60 Millionen Euro stehen nun bundseitig zur Verfügung zum Ausbau der Radinfrastruktur; nicht nur für Radschnellwege, auch für kleinere Projekte. „Radfahren ist eine Art der Mobilität, die ganz ohne russisches Erdöl auskommt“, betonte Gewessler bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Wiens Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ), dem Vorarlberger Mobilitätslandesrat Daniel Zadra (Grüne) und Gemeindebundpräsident Alfred Riedl (ÖVP). Das Geld soll unter anderem in den Ausbau der Radinfrastruktur fließen. Mobilitäts- und Umweltlandesrat Daniel Zadra berichtet von einem Großprojekt in Vorarlberg: Es wird ein Tunnel für Fahrräder gebohrt. 60.000 Menschen sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, den Weg zwischen Arbeitsstätte und Zuhause rasch zurückzulegen. Baustart der Radschnellverbindung Sattelberg/am Kumma ist 2023. „Bislang haben wir nur für die Eisenbahn, für die Autos und für die Skifahrer Löcher in Berge gegraben. Jetzt sind die Fahrradfahrer dran“, sagte Zadra. Gerade Vorarlberg sei ein ideales Versuchslabor, um Dinge auszuprobieren und zu etablieren, ergänzt er. Denn das Bundesland sei hügelig und flach, ländlich und urban.

Zudem wurden neue Züge bei den ÖBB bestellt, die „ihresgleichen in Österreich und darüber hinaus suchen“, so Zadra. Sie hätten so viele Radabteile „wie sonst nirgendwo“. Es soll auch möglich sein, dass Klimaticketinhaber Fahrrad-Boxen online mieten können, die eine kleine Garderobe und Elektroanschlüsse haben. 

Sicherheit erhöhen

Die Ausbauziele sind laut Bund im Energie- und Klimaplan, im Regierungsprogramm sowie im Mobilitäts-Masterplan definiert. Die nunmehrige Vereinbarung umfasst zehn Punkte.

Radfahren soll demnach auch sicherer werden. Dazu wird die Schaffung von radverkehrsfreundlichen Regelwerken vorangetrieben. Hier gelte es etwa, die Straßenverkehrsordnung entsprechend zu ­prüfen bzw. zu überarbeiten, so Gewessler. VN-JUS

 „Bislang gab es Tunnel nur für Züge und Autos. Jetzt sind die Fahrradfahrer dran.“

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.