Im Einklang mit der Natur

Vorarlberg / 04.04.2022 • 16:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jessica Hotz mit ihrer kleinen Tochter Milena.
Jessica Hotz mit ihrer kleinen Tochter Milena.

Junglandwirtin Jessica Hotz und Partner Lukas setzen in Lochau auf Kreislaufwirtschaft.

LOCHAU Während des Studiums an der BOKU in Wien ist Jessica Hotz aufgrund der enormen Lebensmittelverschwendung, etwa dass nur Teile von Tieren zum Verzehr verwendet werden, zurück zur Lebensmittelproduktion gelangt. „Ich habe an der Uni bei einer Foodcoop mitgemacht, wo man bestellen kann, was Landwirte in der Gegend gerade haben und auch das verkaufen können, was für den Handel ,zu unschön‘ ist. Parallel dazu haben meine Eltern hier in Vorarlberg den landwirtschaftlichen Betrieb, den Yak Halden Hof, aufgebaut. Nach dem Unfalltod meines Papas hat sich herausgestellt, dass keines meiner Geschwister so richtig Interesse an der Landwirtschaft hat, ich hingegen, geprägt von der Uni, habe das große Potenzial gesehen, selbst Lebensmittel zu produzieren.“ So ging Jessica gemeinsam mit ihrem Freund Luki das Wagnis ein.

Keine Romantik

Von der anfänglich romantischen Vorstellung wurden die beiden rasch desillusioniert. Es war einfach nur enorm viel Arbeit. „Mittlerweile spüre ich aber eine gewisse Verpflichtung: Wir besitzen ein wunderschönes Stück Land und sollten es so wertschätzend und gleichzeitig effizient wie möglich behandeln und bewirtschaften. Das mit der Effizienz ist dabei gar nicht so einfach, in der Landwirtschaft gibt es nämlich extrem viel zu wissen bzw. zu bedenken, vor allem wenn man wie wir nicht damit aufgewachsen ist.“ Für Jessica und Luki ist die „from nose to tail“-Verwertung essenziell, das hat mit der Wertschätzung gegenüber dem Tier zu tun. Und auch mit dem Umweltgedanken: 100 Prozent Verwertung und Naturkreislauf. Die kleine Tochter Milena isst gerne und probiert alles aus. Ob Yakfleisch, den Apfel vom Baum oder die Erdbeere aus dem Garten. „Ich möchte nicht darüber nachdenken müssen, ob das Tier gelitten hat oder ob ich die Erdbeere abwaschen muss“, so Jessica.

Biodiversität …

… ist der Traum der Junglandwirte. Allein schon für die Selbstversorgung wollen sie so viele Produkte wie möglich erzeugen. Qualität vor Quantität heißt ihr Motto. „Es ist ein Prozess, wir finden heraus was uns Spaß macht und konzentrieren uns dann darauf.“ Über interessierte Menschen, die ihre Lebensmittel ausprobieren und Feedback geben, freuen sich Jessica und Lukas. Sie setzen auf Direktvermarktung und gute Beziehungen. „Ich erlebe sehr viele Menschen, die einen achtsamen Umgang mit der Natur als Lebensgrundlage pflegen. Sie sind es auch, die möglichst regional, saisonal und nachhaltig/biologisch einkaufen“, sagt Jessica. Gesunde und hochwertige Lebensmittel haben ihren Preis. „Wir sind auf dem richtigen Weg, und bei den Leuten steigt das Bewusstsein dafür.“ vd

Beim Beerenpflücken, dann entstehen leckere Lebensmittel.
Beim Beerenpflücken, dann entstehen leckere Lebensmittel.

ZUR PErson

geboren 25. November 1990

Ausbildung Masterstudium „Organic Agricultural Systems and Agroecology“, dt. „Ökologische Landwirtschaft und Agrarökologie“

Beruf(ung) Projektmanagement bei BIO Vorarlberg, Landwirtin, Haus, Hof und Familie

Familienstand Partner Lukas und Tochter Milena

Hobbys gärtla, gut essen, lesen

Lebensmotto Der Mensch, der bewusst handelt, muss für sein Tun Verantwortung übernehmen. Wer das guten Gewissens kann, macht schon ganz viel richtig.

Infos www.yakhalden.at

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