Grüner Pass soll länger gelten

Vorarlberg / 05.04.2022 • 19:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nach dem dritten Stich gilt der Grüne Pass für neun Monate.APA
Nach dem dritten Stich gilt der Grüne Pass für neun Monate.APA

Details will Rauch bald bekanntgeben. Wallner fordert Antworten vor der Herbstwelle.

Schwarzach Die ersten Grünen Pässe leuchten in Vorarlberg schon wieder rot, obwohl deren Besitzer dreifach geimpft worden sind. Ihre dritte Dosis liegt allerdings mehr als neun Monate zurück – damit verliert das Impfzertifikat seine Gültigkeit. Wie die VN berichteten, sind aktuell fünf Vorarlbergerinnen und Vorarlberger davon betroffen, bis Ende Mai werden es über 140 sein und im Juni die Zahlen sprunghaft ansteigen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) drängt Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) daher, eine Lösung zu finden. Dieser kündigte im ORF an, dass die Gültigkeit verlängert werde. Ab wann und wie lange ist aber noch nicht bekannt. Das will Rauch spätestens Anfang kommender Woche bekanntgeben.

Vierter Stich

„Wir brauchen Klarheit“, betont Wallner. Das sage er auch als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, denn mit den Vorbereitungen für den Herbst müsse bereits begonnen werden. Das Nationale Impfgremium müsse so bald wie möglich eine Entscheidung zum vierten Stich bekanntgeben. Gleichzeitig gehöre der Grüne Pass für alle jene verlängert, deren dritte Impfung mehr als neun Monate zurückliege. Wallner plädiert dafür, die Gültigkeit der Zertifikate nach drei Impfdosen auf zwölf Monate zu verlängern und in weiterer Folge die Grünen Pässe an die Entscheidung des Impfgremiums anzupassen.

Das Gremium hält sich zur vierten Impfung noch zurück. Sie sei weder zugelassen, noch lägen ausreichend Daten dazu vor. Wann eine Entscheidung zu einer möglichen Empfehlung fällt, ist völlig offen. Fest steht laut Impfgremium lediglich, dass Hochrisikopatienten und Personen über 65 Jahre mit einer vierten Dosis geimpft werden könnten, allerdings frühestens sechs Monate nach dem dritten Stich und nach individueller Abwägung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Dies wäre eine sogenannte Off-Label-Impfung, die nicht von der gültigen Fachinformation gedeckt ist.

Vorbereitung läuft

Abseits der noch ausstehenden Entscheidungen wird bereits der Fokus auf eine mögliche Herbstwelle in Vorarlberg gelegt. „Ich habe dem Gesundheitsressort den Auftrag gegeben, vorbereitet zu sein“, hält Waller fest und erklärt, dass die Infrastruktur für Testen und Impfen weiterhin bestehe. „Wir bleiben in der Halle 11 auf der Messe in Dornbirn. Da sind wir dann flexibel im Ausbau und können, wenn nötig, die Kapazitäten hochfahren.“ Auch der Labortruck bleibe bestehen.

Impfpflicht nicht ad acta

Wallner geht davon aus, dass das Testregime im Herbst wieder hochgefahren werde und sich dann auch eine größere Zahl von Menschen impfen lassen muss. Ob dies nur Risikogruppen und Ältere betreffe oder wieder die gesamte Bevölkerung, ist unklar. „Wir brauchen die Entscheidung, weil wir wissen müssen, worauf wir uns vorbereiten.“ Je nachdem, wem die vierte Dosis am Ende empfohlen wird, müsse auch die Gültigkeitsdauer der Impfzertifikate entsprechend angepasst werden. Auch die Impfpflicht sei noch nicht ad acta gelegt. Der  Kommissionsbericht – also die Entscheidung, ob die Impfpflicht wieder in Kraft treten soll – wird für spätestens Anfang Juni erwartet. VN-EBI

„Wir brauchen die Entscheidung, weil wir wissen müssen, worauf wir uns vorbereiten.“

Stichwort

Grüner Pass

Im April verlieren über 5200 ihren Grünen Pass, wenn sie sich den zweiten oder dritten Stich nicht abholen. Fast 13.000 weitere folgen im Mai. Sie sind nicht die Ersten, die ihren „Status“ verlieren. Seit Beginn der Impfungen wechselte der Grüne Pass bei fast 21.700 Personen in Vorarlberg von grün auf rot. Dazu könnten bis Ende Mai auch bald 114 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger kommen, deren Drittimpfung zu diesem Zeitpunkt bereits länger als neun Monate zurückliegen wird. Bislang haben fünf Personen im Land trotz Vollimmunisierung aus diesem Grund ihren Grünen Pass verloren.

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