Schweizer drücken Stopp-Taste

Vorarlberg / 05.04.2022 • 18:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Durch Strategieschwenk von Wien in Sachen S 18 irritiert. Jetzt warten die Nachbarn ab.

ST. GALLEN Schnell soll es endlich gehen mit der Schaffung einer Lösung für die verkehrsgeplagten Siedlungsgebiete im Unteren Rheintal. Das wünschen sich Anrainer und Wirtschaftstreibende. Doch seit der Ankündigung von Alternativplanungen zur S 18 sind alle in Vorprojektierung begriffenen Prozesse auf Schweizer Seite unterbunden.

„Unerwartete Überprüfung“

Das gilt bei den Schweizern nicht nur für Planungen betreffend die S 18, sondern auch für den Mobilitätskorridor Mittleres Rheintal und die neue Rheinbrücke von Au nach Lustenau. In der letzten Aussendung des Vereins „Agglomeration Rheintal“ ist von einer „unerwarteten erneuten Überprüfung der S 18“ die Rede. Das führt jetzt auf Schweizer Seite zum vorläufigen Ende der Planung sämtlicher Korridorstudien Richtung Österreich im Rheintal. „Wir wissen ja jetzt nicht mehr, welcher Verbindungskorridor welche Aufgabe übernehmen soll“, begründet Marcel John, Leiter der Tiefbauabteilung des Baudepartements St. Gallen, den vorübergehenden Planungsstopp. Die Brückenplanungen Au – Lustenau ereilt dasselbe Schicksal. Man könne bei der Projektierung in der jetzigen Situation nicht von einer klar definierten Belastung und Frequenz des Bauwerks ausgehen, wird argumentiert.

Das eine ersetzt nicht das andere

Einmal mehr wird von Schweizer Seite betont, dass Umfahrungsvarianten im Bereich DHAMK (Diepoldsau, Hohenems, Altach, Mäder, Kriessern) keine Entlastungswirkung im nördlichen Rheintal hätten und umgekehrt die S 18 keine Verkehrsreduktion für die Siedlungsräume in der DHAMK-Zone. „Beim Suchen nach Alternativen für das, was im Mobil-im-Rheintal-Prozess erarbeitet wurde, werden jetzt wieder dieselben Fragen gestellt. Wir sind darob nicht entrüstet. Aber das sind halt die Schwierigkeiten bei solch komplexen Verkehrsprojekten“, komentiert John die derzeitige Situation. Ganz klar wird im Agglomerationsbericht festgehalten. „Die Netzergänzungen im mittleren Rheintal können eine leistungsfähige Autobahnverbindung nicht ersetzen.“

In weite Ferne gerückt ist auch eine Tunnellösung als lokale Verkehrsentlastung im Raum Diepoldsau. „Ein Tunnel ist technisch zwar möglich, aber sehr kompliziert und auch teuer“, beschreibt Marcel John die Problematik.

Ständig in Kontakt sind die Verantwortlichen vom Kanton St. Gallen mit ihren Kollegen aus Vorarlberg.

Mit Wien hat es bisher noch wenige Berührungspunkte gegeben. VN-HK

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