Erstes Skigebiet testet HVO-Kraftstoff

Vorarlberg / 06.04.2022 • 17:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richard Pechtl, Kilian Zinnecker, Mario Tschofen, Christian Paar, Franz Leikermoser und Martin Oberhammer. <span class="copyright">Silvretta Montafon</span>
Richard Pechtl, Kilian Zinnecker, Mario Tschofen, Christian Paar, Franz Leikermoser und Martin Oberhammer. Silvretta Montafon

Schruns Als erstes Skigebiet in Vorarlberg setzt die Silvretta Montafon auf einen neuen und umweltfreundlichen Kraftstoff zum Betrieb eines Pistengeräts: In einem Testlauf wird künftig ein Pistenbully mit HVO betankt und dessen Praxistauglichkeit evaluiert. Der CO2-Fußabdruck kann mit HVO-Kraftstoff um bis zu 90 Prozent verringert werden.

Die Silvretta Montafon setzt verschiedene Maßnahmen, um den Betrieb ihrer Infrastruktur Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Ab sofort zählt dazu auch der Einsatz von umweltfreundlichen Kraftstoffen. Im Rahmen eines Pilotprojekts und in Kooperation mit Leikermoser Energiehandel GmbH und Kässbohrer Geländefahrzeug AG wird ein Pistenbully mit dem umweltfreundlichen HVO-Kraftstoff betrieben. In einem Testlauf überprüft das Pistenteam der Silvretta Montafon den Kraftstoff in Bezug auf seine Praxistauglichkeit, seine Leistung und seinen Verbrauch. „Wir wollen Verantwortung übernehmen, alte Strukturen überdenken und uns intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Es freut uns daher besonders, dass wir nun auch für die Pistenbullys eine alternative Antriebsmöglichkeit testen dürfen. Wir hoffen, dass sich der HVO-Kraftstoff in der Praxis bewährt“, erklärt Mario Tschofen, Leiter Pistentechnik & Fuhrpark bei der Silvretta Montafon.

90 Prozent weniger CO2-Ausstoß

HVO-Kraftstoff basiert auf hydrierten pflanzlichen Fettabfällen (Hydrogenated Vegetable Oils), die mittels katalytischer Reaktion unter Zugabe von Wasserstoff in Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Das Ergebnis ist ein 100 Prozent fossilfreies Dieselprodukt aus ausschließlich nachwachsenden Rohstoffen.

HVO funktioniert problemlos in allen modernen Dieselmotoren, wodurch eine Aufrüstung der Pistengeräte beziehungsweise eine Umstellung der Motoren nicht erforderlich ist. „Mit HVO können die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Diesel um 65 bis 90 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus sollen HVO-Treibstoffe eine bessere Verbrennung, Filtrierbarkeit und hervorragende Tieftemperatureigenschaften aufweisen, was besonders für den Einsatz im Schnee von Vorteil ist“, zeigt sich Kilian Zinnecker, Leiter Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien bei der Silvretta Montafon, überzeugt.

Testpartnerschaft

Der Ruf nach nachhaltigen und bezahlbaren Antriebstechnologien wird in allen Branchen immer lauter. Entsprechend groß sind hier die Entwicklungssprünge der letzten Jahre. Die Silvretta Montafon betreibt daher seit diesem Winter eine offizielle Testpartnerschaft mit Kässbohrer zum Thema Pistengeräte mit alternativen Antriebstechnologien. „Durch diese Testpartnerschaft sind wir in der Lage, mit einem erfahrenen Partner an der Seite neueste Technologien auszuprobieren und die für uns beste Lösung zu finden“, freut sich Mario Tschofen.

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