Deswegen bleibt die Rinder-TBC noch lange ein Problem

Vorarlberg / 08.04.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Deswegen bleibt die Rinder-TBC noch lange ein Problem

Zeitweise Allzeithoch in der TBC-Pävalenz beim Wild, zwei Verdachtsfälle bei Vieh im Oberland.

Bludenz Die Tuberkulose bei Wild und bei Vieh bleibt in Vorarlberg ein Problem. Trotz vermehrter Anstrengungen gibt es laut VN-Informationen ein Allzeithoch in der Verbreitung des Erregers beim Wild im Kerngebiet Montafon Unter anderem verantwortlich dafür soll ein sogenannter Streuer an einer Futterstelle in Bartholomäberg sein, ebenso eine überdurchschnittlich hohe Prävalenz im Hinteren Silbertal.

Schärfere Abschussregeln

Wie die VN berichteten, legten speziell die Silbertaler Jäger im ersten Drittel der Jagdsaison ordentlich los, erlegten in diesem Zeitraum doppelt so viele Rotwild-Tiere wie in den Jahren zuvor. Bezirkshauptmann Harald Dreher hatte zuvor alle mit dem Problem befassten und betroffenen Parteien an einen Tisch gebracht, um eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten.

Angesichts der sich nun wieder zuspitzenden Situation wurde die Abschussquotenregelung verschärft. “Die frei unter den Revieren zu verteilenden Abschusskontingente gibt es nicht mehr, ab jetzt gelten nur noch fixe Abschussquoten ohne eine frei zu verhandelnde Masse”, erklärt der Bludenzer Berzirkshauptmann Harald Dreher. Die jetzt angeordnete Abschussvereinbarung gilt für zwei Jahre.

Die frei aufzuteilenden Kontingente bei den Abschussquoten gibt es jetzt nicht mehr. Es gilt jetzt nur noch die festgesetzte Quote.”

Harald Dreher, Bezirkshauptmann Bludenz

Die Fleißigen und die anderen

In der Jägerschaft gibt es wie immer die fleißigen Weidmänner und die weniger fleißigen. Die meisten von ihnen haben ihre Aufgabe sehr ernst genommen und die geforderten Abschüsse geleistet. Andere weniger. Von einem Revier wurde bekannt, dass dort die Quote um über 20 Tiere unterboten wurde. In der Regel fehlen bei Nicht-Erfüllung der Quote zwischen zwei und drei Tiere.

Wird die vereinbarte Abschusszahl nicht erreicht, so werden die Gründe dafür von der Behörde untersucht. Eine Strafe gibt es nicht automatisch. So können sich in einem Jagdrevier plötzlich Rahmenbedingungen ergeben, die eine Jagd schwieriger machen.

Kommt eine Nicht-Erfüllung der Abschussquote ohne erklärbaren Grund jedoch häufiger vor, setzt es saftige Strafen. In letzter Konsequenz können diese zum Entzug der Jagdlizenz führen. Laut Experten wird auf Dauer nur eine deutliche Reduzierung des Rotwildbestandes die TBC-Gefahr verringern.

Zum zweiten Mal

Aktuell hat sich der TBC-Erreger wieder in einem Oberländer Viehstall bemerkbar gemacht. Auf einem Hof in Satteins gab es nach einem PCR-Schnelltest bei zwei Tieren kein eindeutiges Ergebnis. Die Tiere wurden in der Tierkörperverwertung Koblach getötet. Ein endgültiges Ergebnis steht noch aus. Tragisch für den Landwirt: Sein Stall war im Dezember des Vorjahres schon einmal vom TBC-Erreger heimgesucht worden. “Eine erneute Sperre bringt mich in existenzielle Not”, nimmt der junge Bauer seine Situation depremiert zur Kenntnis.

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