Gericht: Diebischer Nachbar verurteilt

Vorarlberg / 08.04.2022 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Diebischer Nachbar verurteilt
Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch blieb lediglich der Stuhl des Angeklagten selbst leer. Eckert

Angeklagter glänzte bei Gericht durch Abwesenheit, trotzdem wurde er zu teilbedingter Geldstrafe verdonnert.

Feldkirch Bestellen im Internet und geliefert wird ins Haus. Ein angenehmer Service, vor allem in Pandemiezeiten wird fleißig davon Gebrauch gemacht. In der Regel kommt die Ware auch an, hin und wieder verschwindet sie allerdings auch.

So auch die zwei Küchenteppiche, die einem 25-jährigen Koblacher durch Amazon zugestellt wurden. Das Päckchen wurde am Vormittag oder Mittag des 24. November geliefert. Der junge Informatiker sah am Abend hinter der Holzbank nach, wo der UPS-Lieferant die Pakete üblicherweise deponiert.

Doch da war kein Päckchen. Der Besteller fragte noch bei dem Zusteller nach. Doch der sagte, dass in dieser Straße eigentlich noch nie etwas weggekommen sei. Der Kunde hegte einen Verdacht: Ein ungeliebter Nachbar, so seine Vermutung, muss das Paket weggenommen haben. Der junge Mann vermisste nämlich noch mehr.

Rasentrimmer geklaut

In einem Holzschuppen hatte der Koblacher einen Rasentrimmer verwahrt. Den Zugang zu dem Schuppen hatte er mit einem Vorhängeschloss gesichert. Doch das war plötzlich weg und auch der Rasentrimmer fehlte. Auch diesbezüglich hatte der Informatiker einen Verdacht, der sich schließlich bestätigte. Der Nachbar, den ein Zeuge bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch als „verhaltensinteressant“ beschreibt, hatte das Gerät in seinem Anhänger. Dieser stand vor dem Wohnhaus.

Der Zeuge gab weiters an, dass er etwas aus dem Anhänger herausschauen sah, eine Nachschau ergab Gewissheit. Der Bestohlene beantragt Schadenersatz in der Höhe von 400 Euro und fügt hinzu, dass auch ein Beil verschwunden sei. „Es geht weniger ums Geld, wir möchten nur, dass er endlich Ruhe gibt“, erzählt der Geschädigte von einem offenbar nicht allzu guten Verhältnis.

Nicht erschienen

Der 50-jährige Angeklagte wurde geladen, doch zum Prozesstermin kommt er nicht. Mehrmals ruft ihn die Richterin auf, doch er ist nicht erreichbar. Das nutzt ihm wenig, denn nun wird in Abwesenheit verhandelt. Die Richterin ist überzeugt, dass der Angeklagte den Rasentrimmer gestohlen hat. Auch das verschwundene Amazon-Paket mit den zwei bestellten Küchenteppichen landete beim selben Mann, ist die Richterin überzeugt. Der Abwesende wird wegen Einbruchsdiebstahls zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1440 Euro verurteilt. Die Hälfte, 720 Euro, muss er bezahlen. Das Urteil wird dem Mann nun zugestellt, dann hat er drei Tage Zeit, Rechtsmittel zu erheben. Tut er das nicht, muss er den unbedingten Teil bezahlen.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.