Ein Jahr Haftstrafe für Lebensmitteldieb

Vorarlberg / 10.04.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 50-jährige Angeklagte war nach der Verbüßung der letzten Haftstrafe rasch wieder rückfällig geworden. eckert
Der 50-jährige Angeklagte war nach der Verbüßung der letzten Haftstrafe rasch wieder rückfällig geworden. eckert

Einbrecher muss wieder ins Gefängnis, 19 Vorstrafen ließen dem Richter keine andere Wahl.

Feldkirch Zuletzt war der großgewachsene, sportlich wirkende Unterländer als Leasingarbeiter beschäftigt und verdiente monatlich 2000 Euro netto. Das war vor seiner Verhaftung, die direkt am Arbeitsplatz erfolgte. Zuvor hatte er eine Haftstrafe verbüßt und war gerade mal einen Monat in Freiheit. Eine Sozialstelle hatte ihm eine Wohnung vermittelt, dennoch war es mit dem Geld immer mehr als knapp.

Mittlerweile hat der Vater einer Tochter 130.000 Euro an Schulden angesammelt.

Er gibt zu, dass dies vor allem Forderungen aus früheren Straftaten sind. Dafür muss er finanziell geradestehen. Er hat Privatkonkurs beantragt, das soll seine finanzielle Situation erleichtern. Damals im November vergangenen Jahres war er vermutlich hungrig und durstig, er brach in eine Garage in Bregenz ein.

Einbruch in Garage

Ein 70-jähriger Rentner hatte in seiner Garage, die zu einer Wohnsiedlung gehört, Lebensmittel und Getränke gelagert. In zwei Schränken warteten Lebensmitttel-Fertigprodukte, Red Bull, Martini, Bier, Gin Tonic und einiges andere auf den Verzehr.

Bescheidene Beute

Zunächst versuchte der Dieb Anfang November an die Beute zu gelangen, scheiterte jedoch. Das zweite Mal, zwei Wochen später, hatte er Erfolg.

Der Kasten, der mit einer Kette versperrt war, gab nach, der Einbrecher nahm die bescheidene Beute mit. Die Schäden an den Schränken beliefen sich auf 400 Euro. Der Täter bewies Rückgrat und überwies bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch dem Geschädigten, beziehungsweise zunächst dem Verteidiger, den Betrag von 400 Euro. Damit ist der Schaden gedeckt. Dass man den Einbrecher überhaupt zu fassen bekam, ist den hinterlassenen DNA-Spuren zu verdanken.

Da der Unterländer 19 Vorstrafen hat, brauchte der Computer nicht lange, um den Verdächtigen auszuspucken. „Aufgrund des raschen Rückfalls erhöht sich der Strafrahmen von drei auf viereinhalb Jahre“, macht ihm der Richter klar.

Chance auf Fußfessel

Angesichts dessen, dass die Tat eigentlich nicht besonders schwer war, findet man mit einem Jahr Haft das Auslangen. Somit hat der 50-Jährige gute Chancen, die Strafe mit einer Fußfessel im überwachten Hausarrest zu verbüßen. Wohnung und Arbeit scheint er organisieren zu können.

Er will sofort den Antrag stellen und versuchen, dieses Mal die Kurve in ein ordentliches Leben zu kratzen. Das gefällte Urteil ist rechtskräftig. EC

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