Flüchtlingskinder in der VS Rankweil Montfort: “Eine Bereicherung für die ganze Schule”

Vorarlberg / 10.04.2022 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Flüchtlingskinder in der VS Rankweil Montfort: "Eine Bereicherung für die ganze Schule"
Die beiden Lehrerinnen Katrin Altstätter (l.) und Lena Herburger versuchen, den Kindern ein gutes Ankommen zu ermöglichen.  Fotos: VN/Lerch

Rund 100 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine besuchen in Vorarlberg die Schule, zwei davon seit Kurzem die VS Rankweil Montfort.

Rankweil Bisher sind 1255 Flüchtlinge aus der Ukraine in 64 Gemeinden Vorarlbergs angekommen, der Großteil davon Frauen und Kinder. An den Vorarlberger Schulen sind mittlerweile rund 100 Kinder und Jugendliche eingeschrieben. Wie viele schulpflichtige Kinder noch ankommen werden, kann derzeit niemand mit Gewissheit beantworten, denn die Kämpfe in der Ukraine dauern nach wie vor an.

Für die Schulgemeinschaft der Volksschule Rankweil Montfort hat mit der Ankunft zweier ukrainischer Kinder der Krieg in Osteuropa ein Gesicht bekommen. Seit gut einer Woche besucht Anatoliy (10) die 3A-Klasse von Klassenlehrerin Katrin Altstätter (26). Sonia (8) geht in die 2C-Klasse von Lehrerin Lena Herburger (27). Nach zwei herausfordernden Pandemiejahren mussten die beiden Pädagoginnen nun erneut rasch auf eine herausfordernde Situation reagieren.

Trotz Sprachbarrieren verstehen sich Valerie (v.l.), Greta, Lorena, Lean und Anatoliy, der seit Kurzem die dritte Klasse der Volksschule Rankweil Montfort besucht, gut miteinander. 
Trotz Sprachbarrieren verstehen sich Valerie (v.l.), Greta, Lorena, Lean und Anatoliy, der seit Kurzem die dritte Klasse der Volksschule Rankweil Montfort besucht, gut miteinander. 

Verständigung

Wie bereite ich die Klasse auf die Situation vor? Welche Barrieren könnte es zwischen den Kindern geben? Wie läuft die Verständigung ab? Die Lehrerinnen überlegten, wie sie den beiden geflüchteten Kindern das Ankommen so angenehm wie möglich gestalten können. „Jedes Kind hat einen Steckbrief von sich selbst gestaltet. Die Steckbriefe haben wir Anatoliy an seinem ersten Tag zur einfacheren Kontaktaufnahme übergeben“, erzählt Katrin Altstätter. Bereits in den Wochen zuvor hat sie das Thema Krieg mit den Schülerinnen und Schülern behandelt. „So konnten sie ihre Sorgen äußern.“ Lehrerin Lena Herburger hat mit ihrer zweiten Klasse ein Willkommensplakat in ukrainischer Sprache gestaltet. „Die Kinder haben sich sehr gefreut und die beiden herzlich aufgenommen“, berichten die Lehrerinnen. Einig sind sie sich auch darin, dass die Kinder spielerische Zugänge finden, um sich trotz verschiedener Sprachen zu verständigen: „Vieles geht über die Körpersprache, Kinder finden kreative Wege zu kommunizieren“, berichtet Altstätter.

Hayal (v.l.), Sonia, Zehra und Anatoliy kommen gut miteinander aus. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
Hayal (v.l.), Sonia, Zehra und Anatoliy kommen gut miteinander aus. VN/Lerch
Direktor Simon Hagen
Direktor Simon Hagen

Direktor Simon Hagen ist davon überzeugt, dass Anatoliy und Sonia eine Bereicherung für die ganze Schulgemeinschaft sind, auch wenn vieles neu an der Situation ist: „Mit der Bildungsdirektion Vorarlberg und Diversitätsmanager Mustafa Can gibt es einen engen Austausch. Es werden auch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt“, erklärt Hagen.

Distance Learning aus der Ukraine

Die Kinder werden in Vorarlberg als außerordentliche Schüler aufgenommen und erhalten eine zusätzliche Deutschförderung. In der Ukraine endet das Schuljahr Ende Mai, viele der ukrainischen Kinder haben noch zusätzlich zum Unterricht in Vorarlberg Distance Learning aus der Ukraine. „Solange die hiesige Schulpflicht erfüllt wird, kann dieses Angebot durchaus unterstützt werden“, erklärt Elisabeth Mettauer-Stubler von der Bildungsdirektion.

Beachtlich bleibt das Spendenaufkommen der Vorarlberger Bevölkerung. Auf die Spendenkonten von Caritas Vorarlberg und Rotem Kreuz sind im Zuge der Initiative „Vorarlberg hilft“ rund 1,5 Millionen Euro eingegangen. Ein Teil davon wird für das Projekt #Gutankommen aufgewendet. Damit soll die Integration von ukrainischen Kindern und Müttern in Form von Lerncafés und Frauentreffs gefördert werden.

Spendenkonto “Vorarlberg hilft”

Caritas: Raiba Feldkirch, IBAN AT323742200000040006, Ukraine-Nothilfe; Rotes Kreuz: Raiba Feldkirch, IBAN AT84374220000014 3248 „Vorarlberg hilft“