In zehn Jahren zu sichtbaren Erfolgen

Vorarlberg / 10.04.2022 • 17:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Georg Sporschill (Bildmitte) im rumänischen Siebenbürgen mit engen Mitarbeitern, darunter Ruth Zenkert (rechts von ihm). Elijah
Georg Sporschill (Bildmitte) im rumänischen Siebenbürgen mit engen Mitarbeitern, darunter Ruth Zenkert (rechts von ihm). Elijah

Seit 2012 arbeitet Georg Sporschill mit Roma, hat viel aufgebaut, bleibt jedoch rastlos.

SCHWARZACH In einem Alter, in dem andere in Pension gehen, machte sich Georg Sporschill 2012 gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Ruth Zenkert an ein neues Werk: Nachdem sie bei Straßenkindern in Rumänien und Bedürftigen in Moldawien, dem Armenhaus Europas, Sozialarbeit betrieben hatten, ließen sie sich bei Roma im rumänischen Siebenbürgen nieder. Viele hatten sich dort schon darum bemüht, zu helfen, fast ebenso viele indes aufgegeben. Es schien aussichtslos zu sein.

Umso bemerkenswerter ist, wo Sporschill (75) und Zenkert (60) jetzt nach zehn Jahren stehen mit ihrem Projekt, dem sie den biblischen Namen „Elijah“ gegeben haben: Es gibt fünf Sozialzentren, zwei Musikschulen sowie Bildungs- und Arbeitsstätten, von der Hauswirtschaftsschule über eine Töpferei bis hin zu einem Bauernhof.

Weg in die Eigenverantwortung

Viele kleine Wunder, ein besonderes ist laut Zenkert jedoch ein Wohnheim in Sibiu, der nächstgelegenen größeren Stadt. Über 30 Jugendliche, die höhere Schulen besuchen oder studieren, sind hier untergebracht. Sie brauchen kaum noch Betreuung, sind dabei, ihren Weg selbstständig wie eigenverantwortlich zu gehen.

Zur Ruhe kommen Sporschill und Zenkert nicht: Gerade haben sie neun Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Die Integration läuft: Die Mütter arbeiten in der Töpferei mit, Kinder besuchen die Musikschule, ein Bub gilt bereits als Star im örtlichen Fußballklub. Der Krieg ist nicht nur geographisch nahe, wie Sporschill im VN-Gespräch bekräftigt: „In Rumänien befürchten viele, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.“ Dass es also zu einem Flächenbrand kommen und das Land von Russland kontrolliert werden könnte. Bis Ende der 1980er Jahre stand es unter kommunistischer Herrschaft. Es gehört zum gebürtigen Feldkircher Jesuit Georg Sporschill und der aus Baden-Württemberg stammenden Ruth Zenkert, permanent Herausforderungen zu sehen und anzunehmen. Kraft gibt die enge Beziehung, die sie mit ihren Schützlingen pflegen, ja die Art Familie, die sie mit vielen bilden. Dazu zählen 40-, 45-Jährige, um die sie sich ab 1991 bei ihrer ersten Station in Rumänien, dem Bukarester Bahnhof, gekümmert haben.

Damals waren das Kinder, die ohne Eltern in dunkeln Schächten dahinvegetierten. Einige leben noch immer in der Millionenstadt, ohne zu einem geordneten Leben gefunden zu haben. Sporschill und Zenkert haben jedoch angefangen, sie wieder öfter zu besuchen und mit ihnen zu sein. JOH

„In Rumänien befürchten viele, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.“

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