Letzte Schlacht der ukrainischen­ ­Soldaten um die Hafenstadt Mariupol

Vorarlberg / 11.04.2022 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Letzte Schlacht der ukrainischen­ ­Soldaten um die Hafenstadt Mariupol

Eroberung werde Tod oder Gefangenschaft bedeuten.

Mariupol Knapp sieben Wochen nach Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine steht die wichtige Hafenstadt Mariupol vor dem Fall: Die verbliebenen ukrainischen Truppen in der Stadt erklärten am Montag, sie bereiteten sich auf die “letzte Schlacht” vor, pro-russische Separatisten aus der Region Donezk meldeten die Einnahme des Hafens von Mariupol. “Heute wird wahrscheinlich die letzte Schlacht sein, da die Munition zur Neige geht”, erklärte die 36. Marinebrigade der ukrainischen Streitkräfte. Die russische Armee habe die ukrainischen Soldaten “umzingelt”, alle Infanteristen seien bereits getötet worden. Von den verbliebenen Soldaten sei die Hälfte verwundet. Die Eroberung werde “den Tod für einige von uns und Gefangenschaft für den Rest” bedeuten.

Nach dem Rückzug seiner Truppen aus der Region Kiew hatte Russland angekündigt, den militärischen Fokus verstärkt auf den Donbass zu richten. Ziel Moskaus ist laut Experten die Errichtung einer direkten Landverbindung zwischen der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und den von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten in den Regionen Luhansk und Donezk. Das am Asowschen Meer gelegene Mariupol gilt dabei als strategisch entscheidend.

Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, berichtet, dass in der Stadt mehr als 10.000 Zivilisten getötet worden seien.  Die Straßen der Stadt seien nach wie vor bedeckt mit Leichen, sagte er. Es könnten also auch mehr als 20.000 Tote sein.

Das UNHCR zählt in der Ukraine 7,1 Millionen Binnenvertriebene. 4,5 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflüchtet.

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