Coronaeffekt verflogen

Vorarlberg / 12.04.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach der relativ ruhigen Saison 2019/20 waren die Bergretter und Alpinpolizisten diesen Winter wieder gefordert. APA/zoom.tirol
Nach der relativ ruhigen Saison 2019/20 waren die Bergretter und Alpinpolizisten diesen Winter wieder gefordert. APA/zoom.tirol

Zahl der Unglücke auf und abseits der Piste wieder im langjährigen Durchschnitt.

Innsbruck Der Pandemiewinter 2019/20 wirkte sich auch auf die Zahl der Alpinunfälle aus. Der Rückgang um rund zwei Drittel war jedoch ein einmaliger Effekt. Das ist dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) zu entnehmen.

Die Alpinpolizei registrierte zwischen November 2021 und dem 3. April 2022 in Österreich 4345 Alpinunfälle mit 6716 verunfallten Personen. Das Zehn-Jahres-Mittel liegt bei 4575 Unfällen und 7242 Personen. Im Vorjahr waren es nur 2494 Verunfallte, 88 davon tödlich. In der laufenden Saison stieg deren Zahl auf 111, davon zwei in Vorarlberg. Allein in der Schlechtwetterphase Anfang Februar 2022 starben 18 Personen bei Lawinenabgängen, darunter ein norwegischer Urlauber in Vorarlberg. 15 der 18 Lawinentoten waren Skitourengeher.

Tourengeher im Aufwind

„Lawinenunfälle im Zehnminutentakt, wie Anfang Februar 2022, sind für die freiwilligen Bergretterinnen und Bergretter eine enorme Herausforderung“, unterstreicht der Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD), Stefan Hochstaffl. Die Zunahme von Unfällen falle moderater aus, als es die steigende Zahl an aktiven Tourengehern erwarten ließe, hält der Leiter der Alpinpolizei, Hans Ebner, fest. Dies erkläre sich damit, dass die meisten Tourengeher auf Pisten und niedrigem Gefahrenbereich unterwegs sind. Insgesamt wurden etwa 700 im Winter 2021/22 verunfallte Tourengeher erfasst, das Zehn-Jahres-Mittel liegt bei 500.

Piste: Häufig Fahrerflucht

Auf den Pisten und Skirouten verunglückten diese Saison 4613 Personen (Zehn-Jahres-Mittel: rund 5300)36 Prozent von ihnen stammten aus Deutschland, 27 Prozent aus Österreich. In 22 Prozent der Unfälle lag eine Fahrerflucht vor. 27 Unfälle verliefen tödlich (Zehn-Jahres-Mittel: 28). Elf Personen starben im Zuge eines Sturzes oder Absturzes, acht Personen aufgrund einer Herz-Kreislauf-Störung und genau so viele wegen eines Aufpralls gegen ein Hindernis.

Zwei Personen verstarben in Österreich im vergangenen Winter bei Rodelunfällen. Insgesamt wurden 221 Personen (Zehn-Jahres-Mittel: 194) beim Rodeln verletzt. Etwa 20 Prozent der Verletzten zog sich dabei Kopfverletzungen zu, gefolgt von Verletzungen am Sprunggelenk, am Rücken und der Wirbelsäule.

Prävention wirkt

Wie immer appellierten das ÖKAS, der ÖBRD und die Alpinpolizei an die Eigenverantwortung, eine vernünftige Selbsteinschätzung und Tourenauswahl, das Einholen aktueller Informationen sowie das Kursangebot zu nutzen. ÖKAS-Präsident Peter Paal betont, dass die Unfallzahlen in den letzten zehn Jahren trotz deutlicher Zunahme an Bergsportlern auf einem konstanten Niveau verharren.

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