Fünf Jahre und zehn Monate Jahre Haft für schweren Raub

Vorarlberg / 12.04.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor allem für den achtfach Vorbestraften ging es bei dem Prozess um viel. Was die beiden Angeklagten erbeuten wollten, war schlussendlich wenig relevant.EC
Vor allem für den achtfach Vorbestraften ging es bei dem Prozess um viel. Was die beiden Angeklagten erbeuten wollten, war schlussendlich wenig relevant.EC

Achtfach Vorbestrafter überfiel mit Messer eine 18-jährige Schülerin.

Feldkirch Am zehnten Jänner wurde in Feldkirch eine 18-jährige Frau von zwei jungen Männern überfallen. „Der eine hielt mir den Mund zu, er hatte ein Messer dabei und durchsuchte meine Jackentaschen. Der andere hielt währenddessen meine Hände fest“, so die Schülerin. Als sie nichts fanden und Nachbarn sich vom Balkon aus einmischten, seien die Männer weggerannt. Den 22-jährigen Mann kannte sie vom Sehen, den 15-Jährigen nicht. Allerdings ist sie mit der Schwester des Jüngeren befreundet.

Der 15-Jährige behauptet, es sei um eine Abzocke gegangen. Er habe fünf Gramm Cannabis bestellt, diese aber nicht bezahlen, sondern der 18-Jährigen ohne Entgelt wegnehmen wollen. Eine Verabredung zu seinem solchen Deal bestreitet das Opfer. Sie habe zwar früher einmal was mit Drogen zu tun gehabt, an jenem Tag habe sie aber nichts verkaufen wollen und auch nichts dabeigehabt.

Die zwei Angeklagten beschreiben die Tat folgendermaßen: Der Jüngere habe dem Opfer einfach die fünf Gramm abgeknöpft, sei dann davongerannt und habe bei der Bushaltestelle gleich einen halben Joint geraucht. Den Rest vom Gras habe er im Gebüsch versteckt. Sein Kumpel habe gar nichts gemacht, sei quasi schuldlos. Dass es für den Älteren um weit mehr geht, ist klar. Er hat etliche Vorstrafen, ihm droht im Falle eines Schuldspruches jahrelange Haft. Messer sei keines im Spiel gewesen, so die Angeklagten. Zu keinem Zeitpunkt habe man damit gedroht, man habe gar keines dabei gehabt. Das Mädchen bleibt dabei und versichert, dass sie sich keinesfalls getäuscht habe.

Dem Opfer geglaubt

Der Schöffensenat glaubt dem Opfer und geht von einem bewaffneten, also schweren Raub aus. Allerdings nimmt der Senat im Zweifel an, dass die Tat beim Versuch blieb und nichts erbeutet wurde. Ob es um Drogen ging oder nicht, ist für die Bestrafung unerheblich, denn auch Drogen könnte man rauben. Der achtfach Vorbestrafte muss für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Sein Kind, das im September auf die Welt kommen wird, wird er vorerst nur im Gefängnis sehen können. Der bislang unbescholtener 15-Jährige fasst zwölf Monate, vier davon unbedingt, aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Fall ist eigentümlich, denn selten spricht ein Räuber von Beute, während das Gericht im Zweifel davon ausgeht, dass nichts erbeutet wird. Versuchter Raub ist milder bestraft als ein vollendeter. EC

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