Sprachkurse für Ukraine-Flüchtlinge gestartet

Vorarlberg / 12.04.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sprachkurse für Ukraine-Flüchtlinge gestartet
Das Interesse an den angebotenen Kursen ist groß. AK

Arbeiterkammer Vorarlberg organisierte kurzfristig 100 Kursplätze.

Feldkirch Vor Kurzem hatten sie noch ein Zuhause, einen Job und einen geregelten Alltag. Dann mussten sie wegen des verheerenden Krieges von heute auf morgen aus der Ukraine flüchten. Nun sitzen einige dieser Menschen in einem der Gruppenräume im BFI der Arbeiterkammer in Feldkirch und hören konzentriert der Kursleiterin Doris Chikhaoui zu. Sie alle möchten Deutsch lernen, um sich im Alltag und der neuen Umgebung zurecht finden zu können. „Die Sprache zu lernen ist für mich sehr wichtig“, sagt etwa die 18-jährige Kursteilnehmerin Katharina in Englisch. Gemeinsam mit ihrer Mama flüchtete die junge Studentin im März aus der Ukraine nach Feldkirch.

Das Unterstützungsangebot für die vertriebenen Menschen ist groß. Schnell zu helfen und im Zuge dessen 100 Deutschkurs-Plätze zu schaffen und das Kinderbetreuungsangebot am BFI auszubauen – das ist etwa der Grundgedanke der Verantwortlichen der Vorarlberger Arbeiterkammer, erläutert BFI-Geschäftsführer Horst Stürmer die Hintergründe des Kursangebots und fügt hinzu: „Es gibt zwar ein umfassendes und gut ausgearbeitetes Unterstützungsangebot für Ukraineflüchtlinge vom österreichischen Staat. Aber es dauert doch eine gewisse Zeit, bis dieses in Anspruch genommen werden kann.“

Für die Menschen gehe es jetzt neben dem Spracherwerb in erster Linie auch darum, sich hierzulande zurechtzufinden. Sprich, Institutionen kennen zu lernen und sich in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht einen Überblick zu verschaffen.

Katharina kam im März mit ihrer Mama nach Feldkirch.
Katharina kam im März mit ihrer Mama nach Feldkirch.

Kursbesucherin Katharina versucht bereits in der ersten Pause, erste Wörter auf Deutsch in ihre Erzählungen einzubauen. „Mir geht im Moment viel durch den Kopf“, sagt sie dann auf Englisch. Innerhalb von 15 Minuten musste sie im März ihr Hab und Gut packen. Ihr älterer Bruder und ihr Vater mussten in der Ukraine bleiben. Jeden Tag schaue sie Nachrichten – mit ihrem Vater sei sie jeden Tag in Kontakt. Groß ist die Ungewissheit, was der jungen Frau sichtlich zu schaffen macht.

“Wir haben große Hilfe bekommen. Ich möchte einfach nur Danke sagen.”

Katharina (18), Kriegsvertriebene

„Die Menschen wissen nicht, wie es weiter geht. Bleiben sie Monate hier oder ein Jahr oder länger“, zeigt sich auch Stürmer betroffen. Da es sich bei den Geflüchteten hauptsächlich um Frauen, Kinder und ältere Menschen handelt, gelte es jetzt Angebote zu schaffen und zu überlegen, welche Branchen am Arbeitsmarkt infrage kommen. Dabei gehe es vor allem um Frauen im Alter von 30 bis 40 Jahren und um Jugendliche. Grundsätzlich sei es so, dass die aus der Ukraine Vertriebenen über ein gutes Bildungsniveau und ein gutes Sprachwissen verfügen würden.

Die Kurse beim BFI sind demnach bereits gut gebucht. Nach Angaben von Stürmer sind schon etwa 70 Plätze vergeben. Zwei Kurse gehen in Feldkirch über die Bühne, einer in Dornbirn und einer in Bregenz. „Zusätzliche Kurse werden für die Zeit nach Ostern geplant“, sagt der Bildungsexperte. Im Zuge der Unsterstützungsmaßnahmen arbeite man auch eng mit dem Österreichischen Integrationsfonds, (IÖF) und dem Arbeitsmarktservice (AMS) zusammen.

„Wir haben große Hilfe bekommen – Kleider, Bücher, Arbeit. Ich möchte einfach nur Danke sagen“, sagt Katharina, ehe sie wieder im Gruppenraum Platz nimmt und sich wieder auf das Deutschlernen konzentriert.

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