Elektriker am Kornmarktplatz niedergeschlagen

Vorarlberg / 13.04.2022 • 22:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagten gaben dem Alkohol die Schuld. EC
Die Angeklagten gaben dem Alkohol die Schuld. EC

Jugendliche verprügelten Opfer auf offener Straße.

Feldkirch Im Februar hielten sich der 32-jährige Elektriker und ein 25-jähriger Student nachts am Kornmarktplatz auf. Da kamen mehrere junge Leute auf sie zu und sprachen die zwei Männer an. Der 17-Jährige wollte eine Zigarette, die Angesprochenen rückten keine heraus. Es kam zu Beschimpfungen und einem Handgemenge. Diese endete in einer brutalen Schlägerei, bei welcher vor allem der Elektriker schwer verletzt wurde.

Die beiden Angeklagten, ein 17-jähriger Staatenloser und sein 18-jähriger Bekannter schlugen auf den Handwerker ein. Als dieser am Boden lag, gingen die Angriffe ungehemmt weiter. Ein Kniestoß erfolgte ins Gesicht, die Folge war ein Nasenbeinbruch. Auch das Sprunggelenk war gebrochen. Der Mann musste zwei Mal operiert werden, einen Monat lang brauchte er Schmerzmittel, erst vor drei Wochen wurde der Gips entfernt, drei Monate war er im  Krankenstand. Die geständigen Angeklagten machen Alkohol dafür verantwortlich, dass die Situation so eskaliert ist. Das zweite Opfer wurde leicht verletzt, eine Schürfwunde am Auge.

Oliver Diez, Anwalt des Schwerverletzten fordert einen vorläufigen Teilschmerzengeldbetrag von 2000 Euro. Der Betrag wird zugesprochen. „Auf einen am Boden Liegenden weiter einzuschlagen, ist schon starker Tobak“, so Diez. Auch dem Arbeitgeber des Elektrikers werden wegen der Lohnfortzahlung während des Krankenstandes 2000 Euro zugesprochen. Das ist noch lange nicht alles. Die Krankenkasse wird sich wegen der Operations- und Behandlungskosten melden, allfällige Spätfolgen sind abzuklären. Dabei hat der Maurerlehrling bereits jetzt aus Straftaten rund 15.000 Euro Schulden. Auch der 17-Jährige wird zur Kasse gebeten werden.

Komische Mischung

Im Gegensatz zum unbescholtenen Erstangeklagten hat der Zweitangeklagte eine bewegte Vergangenheit. Drei Vorstrafen, Gefängnis, bedingte Entlassung mit einem Strafrest von fast drei Monaten offener Haft. Kurz danach die schwere Körperverletzung. „Andererseits sind Sie ein ehrgeiziger Lehrling“, spricht Richter Richard Gschwenter von einer „komischen Mischung“. Für die schwere Körperverletzung erhält der Verurteilte acht Monate Haft. Vom Widerruf der Bewährungsstrafe wird abgesehen. Er bleibt in Bewährungshilfebetreuung. Der jüngere Kollege kommt mit 1800 Euro Geldstrafe, die Hälfte davon zu zahlen, davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

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